A FEAST FOR CROWS - "Ein Wort reicht: GEIL!"

Kategorie:  Interviews

Region:  West-, Mittel- und Südeuropa

Im Mai erscheint das erste Album von A FEAST FOR CROWS. Die fünf Musiker haben sich im Vorfeld der Veröffentlichung unseren Fragen gestellt. 

 

DT: Glückwunsch zum ersten Album! Seid Ihr erleichtert endlich fertig zu sein mit der Produktion?
DJ: Aber sowas von! Aufnahmen finde ich persönlich fast so nervig wie Proben :-D
Martin: Da hat der DJ ja direkt einen Insider ausgepackt… Das lässt uns jetzt nur wieder im schlechten Licht darstellen und das schon bei der ersten Frage…
Markus: Sowas von. Nervig ist die lange Zeit zwischen Aufnahmen, Produktion bis zum fertigen Produkt. Vor allem, wenn man top vorbereitet ist (dat irony).
Tim: Aber jetzt ist das Ding endlich fertig! Und wir sind alle mehr als zufrieden mit dem Ergebnis.
Marco: Erleichtert, ja kann man so sagen. Hat sich wie eine Ewigkeit für mich angefühlt.

DT: Ihr habt bestimmt einiges erlebt, während Ihr am Album gearbeitet habt. Was war für jeden von Euch ein Highlight?
DJ: Markus hatte endlich mal Bier in seinem Keller vorrätig :-)
Martin: Ich fande es immer wieder sehr cool, die neuen Demos zu hören, mit jedem Mal wurde es besser.
Markus: Als wir auf meinen Geburtstag angestoßen haben und ich Tim fast mit einem Korken erschossen hätte. Der Korken steht jetzt als Mahnmal sichtbar rum.
Tim: Das hat mich für immer verstört und war für mich eher weniger ein Highlight. Für mich persönlich waren das wohl diesmal die Aufnahmen mit Gastsängern/innen

DT: Gab es auch Pleiten, Pech und Pannen, die so passiert sind?
DJ: das ganze Album ist eine einzige Panne :-D
Martin: Ich glaube, unser Sänger ruiniert gerade unsere Reputation…
Markus: Nicht wirklich. Naja, obwohl. Eigentlich wollten wir Schlager machen, weil man uns das mal vor Jahren vorgeschlagen hat, aber irgendwas ist dann wohl doch schiefgegangen. 
Tim: Pleiten oder Pannen in dem Sinne gabs dann wohl eher weniger…die einzige war wohl der fast durch einen Korken getötete Bassist…und das wir das Album eigentlich schon im Januar fertig haben wollten, wobei die längere Arbeit am Album dieses letztendlich doch nochmal um einiges aufgewertet hat.
Marco: Ja, meine Vorredner haben ja schon alles gesagt würde ich behaupten. Mir fällt jetzt auch grad weniger qualifizierter unqualifizierter Mist dazu ein. 

DT: Kommen wir zum Album. Fasst es uns in wenigen Sätzen zusammen.
DJ: Laut. Hart. Für den Schubladendenker zu abwechslungsreich. Für den, der etwas hören will, was er bereits kennt und gewohnt ist, ohnehin der ohrale Overkill.
Martin: Es ist so vielseitig wie ein Kreis, den man mithilfe eines Polygons infinitesimaler Kantenlänge approximiert :)
Markus: Ich glaube es wird eher durch eine 0,-1-Normalverteilung approximiert. Tut zwar nichts zur Sache, aber Martin darf nicht immer recht haben.
Tim: Jetzt nochmal für alle, die nicht raußhängen lassen, dass sie gerade studieren: Eine Weiterentwicklung des Sounds, welchen man schon von unserer ersten EP kennt, ohne unseren typischen AFFC Sound zu verlieren, sondern sogar noch durch viel mehr Abwechslung zu bereichern.
Marco: Ein Wort reicht: GEIL! 

DT: „A CHAPTER UNWRITTEN“ heißt das neue Werk. Inwiefern beschreibt der Titel das Album?
DJ: Siehe nächste beiden Fragen. Ja liebe Leser, an diesem Punkt habe ich meinen Zukunftsblick (high skilled special move!) angewandt und wusste schon, was die Saskia uns als nächstes fragen wird ;-)
Martin: Diese Frage(n) überlasse ich unserem Sänger. 

DT: Wie seid Ihr auf den Namen gekommen?
DJ: Das war mal, für ca. einen halben Tag lang, unser Bandname. Wir hatten damals eine Liste mit zig Namen. Für A CHAPTER UNWRITTEN hatten eigentlich alle gestimmt. Paar Stunden später meinte irgendwer, das wäre doch nicht so cool. Daher fiel die Wahl dann doch auf A FEAST FOR CROWS. Aber, speziell ich, war von diesem Namen A CHAPTER UNWRITTEN so angetan, dass ich gleich allen auf den Sack damit ging, das Album so zu benennen. Rückblickend betrachtet, wäre es somit theoretisch möglich gewesen, dass wir heute auch A CHAPTER UNWRITTEN heißen würden und dieses Interview jetzt zu unserem ersten Album A FEAST FOR CROWS stattfände.
Martin: Ich bin für Propaganda und Public Relations zuständig, nicht für Texte und Titel. (#notmyfuckingjob). Ich finde den Titel aber sehr cool, das hat der DJ gut gemacht. :)
Tim: Lustigerweise stand der Titel des Albums bereits fest, als ich zur Band stieß, ohne das überhaupt zu diesem Zeitpunkt ein Gedanke an die vorher erschienene EP verloren wurde (welche eigentlich das Album hätte werden sollen xD). Wer ich damals nicht mit dem Titel für ein Album gewesen, wär ich wohl nicht in der Band xD
Markus: Ich möchte hier anmerken, dass dieser Name NIE unser Bandname war und ich habe nie dafür gestimmt.
DJ: Dann war’s deine Mudder…mit deinem Smartphone…
Marco: Nachdem ja Tim und ich ziemlich zeitgleich zu der Band gestoßen sind, hat er diese Frage für mich schon mit beantwortet. Danke Tim 

DT: Welche Bedeutung hat der Titel für Euch?
DJ: Well, es ist ja so, dass jedes neue Werk irgendwie ein neues Kapitel in der Bandhistorie und für einen persönlich einläutet. Man weiß vorher noch nicht ganz genau was am Ende dabei rauskommt und wo die Reise hingeht. Es markiert die Geschichte von einem Punkt bis zum nächsten. Also quasi ein noch nicht geschriebenes Kapitel. Man weiß, es wird etwas passieren...nur WAS ist die große Frage.
Martin: Ein Buch ist mehr als die Summe seiner Kapitel… Oder so ähnlich. Auf jeden Fall ist unser Buch noch nicht fertig, da kommt noch einiges auf Euch zu!
Markus: Das nächste Album wird ein Bilderbuch. Dann braucht unser Sänger keine Texte schreiben.
DJ: Geilo. Ich freu mich jetzt schon auf’s nächste Album 

DT: Musikalisch habt Ihr einiges nachgelegt und Euch weiterentwickelt. Worin seht Ihr den größten Unterschied zur EP „Let the Feast Begin“?
DJ: Ich persönlich bin mit meinen Vocals deutlich zufriedener, als noch auf der EP. Da ist zwar immer noch gut Luft nach oben, sowohl von der Qualität als auch der Produktion her, aber der Schritt war schon immens. Außerdem haben wir z.B. mit “Cromwell 25” oder “Hail Mary” Songs drauf, die wir so in der Art bisher noch nicht hatten.
Martin: Meiner Meinung haben wir unseren Stil weiterentwickelt, sodass die Songs in sich besser passen. Klar sind die alten Lieder auch gut, aber die neuen sind einfach geschliffener und (noch) besser von der Komposition.
Markus: Die Produktion. Sei es das Aufnehmen oder Mixing. Zum einen sind wir die Aufnahmen strukturierter angegangen. Zum anderen hat sich mein Equipment verbessert und auch meine Erfahrung mit Recording im Ganzen. Aber kann meinen Vorgängern voll und ganz zustimmen.
Tim: Stimmt alles. Abgesehen davon war die Herangehensweise aber auch anders als noch bei der EP. Damals standen wir massiv unter Zeitdruck, diesmal haben wir uns deutlich mehr Zeit genommen.
Marco: Ich geh jetzt mal auf das Songwriting an sich ein, bzw. versuch ich es. Das Album ist meiner Meinung nach an vielen Stellen eingängiger mit mehr Ohrwurmcharakter, hat aber auch Sachen die etwas unerwartet sind. Der Anfang von Endless Devour, Hail Mary an sich oder auch Cromwell 25. Gleam of Hope ist auch noch anders als alle anderen. Ungewöhnlicherweise in einem 6/8-tel Takt geschrieben, das macht den Song meiner Meinung nach sehr „tanzbar“. Also ran an die Mädels und zu dem Song die Hüften und den Kopf bewegen ;) 

DT: Insgesamt 13 Titel plus 2 Bonus Songs erwarten Eure Fans auf dem Album. Worauf habt Ihr beim Schreiben besonderen Wert gelegt?
DJ: Darauf, dass uns alle Magazine ganz toll finden werden, jeder Schubladendenker uns sofort einordnen kann und wir ganz viel im Radio laufen….NICHT! :-D
Martin: Ich denke nicht, dass wir ein „Konzept“ hatten, wie wir unsere Songs schreiben wollen. Bei uns stimmt einfach die Chemie, sodass jeder seine Kreativität und seine individuellen Fähigkeiten ideal entfalten kann.
Markus: Das Konzept ist, dass es kein Konzept gibt. Ich habe keinen Song nach einem Prinzip geschrieben. Man könnte sagen, so wie sie dastehen, war mehr oder weniger kreativer Zufall. Ich habe mir persönlich wenig Gedanken, wie etwas zusammenpassen könnte, oder „auf Pump“ gemacht. Teilweise war ein Song in einer halben Stunde fertig, teilweise haben wir an einem Song wochenlang Kleinigkeiten rumgebastelt.
Tim: Im Endeffekt ging es darum, dass die Songs am Ende allen von uns taugen und nicht, dass sie stilistisch groß zueinander passen.
Marco: Ich sprech einfach mal für mich und meinen Teil am Songwriting. Bei dem Album habe ich versucht viel Wert auf interessante Drum-Parts zu legen. Die sind einfach anders und nicht so linear wie der Rest. Ich glaube das ist mir weitestgehend ganz gut gelungen :)

DT: Artwork mäßig habt Ihr auch wieder in die Trickkiste gegriffen. Welche Bedeutung hat das Cover für das Album?
DJ: Ich bin ein Fan davon, mit einem schönen Artwork den Albumtitel widerzuspiegeln. Es sieht cool aus, zeigt ein Buch mit leeren Seiten und hat Krähen. Im Prinzip völlig simpel, aber sehr, sehr nice umgesetzt.
Tim: Es stellt quasi den Albumtitel bildlich da, was das Ganze noch mehr als Einheit und einfach stimmiger wirken lässt. Das passt halt!
Martin: „Man hat uns ein Bild gemalt… Und es ist wunderschön! Da wir nur mit einem Bild allerdings nicht viel anfangen können, haben wir noch ein Album dazu geschrieben.“ (Zitat von unserer Facebook-Page)
Markus: Da ich ein Fan von Atmosphäre bin, wollte ich unbedingt kein langweiliges Cover, aber auch kein überladenenes. Das ist dabei herausgekommen.
Marco: Man sollte auch erwähnen, dass die Krähe ja alle beschriebenen Seiten aus dem Buch gerissen hat. Böse Krähe! Davor hatten wir ein beschriebenes Kapitel und mussten wegen dieser blöden Krähe von vorn anfangen..

DT: Live rockt Ihr mit diesem Album auch bald live. Am 20.05.2017 findet das CrowsFest 2017 statt. Worauf dürfen sich Eure Fans freuen?
Tim: Auf eine Menge neue (und auch alte) Songs. Und vermutlich das längste Set, was wir bis dato gespielt haben. Und wer uns kennt weiß, dass das ganze bestimmt zu 100% seriös von statten geht ;)
DJ: Martin meinte, wenn es ausverkauft ist, spielt er nackt. Also holt euch jetzt schnell Eure Tickets auf www.crowsfest.de und lasst diesen Traum Wirklichkeit werden ;-)
Martin: Und ihr schwitzt euch dann alle das Höschen voll… Muhahaha!
Markus: Martin hat Höschen gesagt....hihihihihihihiih
Marco: Ich hab Glück dass ich hinten sitze und somit den nackten Martin nur von hinten sehen kann. Worauf sich die Fans freuen dürfen? Auf einen sehr gesunden Mix aus Album und EP, mit einer Setlist die es gewaltig in sich hat!

DT: An diesem Abend stehen auch NARIN, REDEMPTION OF MY FAIRYTALE, VENERA und UNVEILING THE SKIES auf der Bühne. Auf welche der Bands freut Ihr Euch persönlich am meisten?
DJ: Da ich das ganze Ding zusammengestellt hab und es mir wichtig war, nur Bands am Start zu haben die ich persönlich sehr fett finde, natürlich alle. Speziell aber dann doch auf VENERA, da wir mit denen erst einmal zusammen gespielt haben (im Sonnenkeller Balingen, geiler Laden & tiefstes Schwabenland) und die halt aus Stuttgart kommen, während man die anderen Dudes halt schon immer wieder live hier in der Gegend abfeiern kann. Aber wie gesagt, alles sehr, sehr geiler Scheiß!
Martin: Ich bin zufrieden, wenn ich moshen kann. Und bei den Bands, mit denen wir an diesem Abend spielen dürfen, hat man allerhand Gelegenheit dazu.
Tim: Ich persönlich freue mich am meisten auf NARIN und hoffe, dass sie einige Songs ihres bald erscheinenden Albums zum besten geben ;)

DT: Nun noch eine lustige Frage für Euch: Die komplette Technik fällt während einem Konzert aus. Was macht Ihr?
DJ: Eine rauchen und neues Bier holen. Funktioniert auch unplugged hervorragend. Und vielleicht noch einen blöden Witz bringen, den keiner versteht.
Martin: Ich verstehe nicht, was daran lustig sein soll. Alle stehen im Dunkeln, das Einzige, was man noch hört, ist das leise Flüstern des Schlagzeugs und das laute Scheppern des Publikums… Ehm, andersrum. Auf jeden Fall sieht mich dann keiner, wenn ich zwischen den Leuten herumflitze und ihnen Sticker auf die Stirn klebe, das ist doch schon mal was. Ich möchte mich in diesem Fall außerdem für den Einsatz radioaktiver Hamster als Notbeleuchtung aussprechen, die nagen einem zwar ab und zu an den Knöcheln, stehen aber der rötlich flackernden Funzel, die man aus Filmen ja so gut kennt, in nichts nach. Abgesehen davon überträgt sich das grünliche Glühen der Hamster auf die angeknabberten Knöchel, weshalb man sich die zwei Wochen nach dem Konzert zumindest im Dunkeln nicht mehr die Zehen irgendwo anhauen kann. :)
Tim: Für mich macht das eh keinen Unterschied. Mich hört keiner, mich sieht keiner. Es ist wie immer :)
Marco: Ja ich spiel einfach einen Walzer. Dann können die ganzen Leute tanzen während der Martin ihnen Sticker auf den Körper klebt. hihi

DT: Abschließend beendet uns doch bitte noch den Satz: „A CHAPTER UNWRITTEN müsst Ihr hören, weil...“
DJ: Euch sonst alle Krähen dieser Welt zerhacken ;-)
Martin: Das Album ist doch eh nur unser Alibi, damit uns nicht jeder für eine geistesgestörte Komiker-Truppe hält. Glaub‘ allerdings nicht, dass es viel hilft…
Markus: Hören? Einfach kaufen, damit ich reich werden kann. Wie wir alle wissen, geht es NUR um den Profit. Im Prinzip macht doch sowieso alles der Computer.
Tim: auch wir versuchen mal ernsthaft zu wirken…nein im Ernst, es is geil und wir sind mächtig stolz drauf
Marco: Ich schließ mich still und heimlich Tim an. Es ist ein Album mit dem wir komplett zufrieden sind, und hoffen dass ihr es alle mindestens genauso geil findet wie wir selbst. 

 

geschrieben von: Saskia Scherf
(c) Photo: A FEAST FOR CROWS