A FEAST FOR CROWS - "...Bin mir sicher, da geht die Luzi ab"

Kategorie:  Interviews

Region:  West-, Mittel- und Südeuropa

 

Vor ihrem morgigen Konzert haben uns A FEAST FOR CROWS ein Interview gegeben. Sie erzählten uns einiges zur Bandgründung, ihrer Musik, dem kommenden Album und auch, wie sie einer Bärenfamilie ein Benefizkonzert ermöglichen möchten. Wie das zustande kommt, könnt Ihr im folgenden Interview nachlesen.

 

DT: Stellt euch bitte kurz vor und nennt uns Eure Position in der Band.
DJ:
DJ - Sänger oder Shouter oder wie auch immer man es titulieren soll… der mit dem organischen Instrument eben ;-)
Tim: Tim – Bassist und gleichzeitig Background Vocals.
Markus: Markus – Lead-Gitarrist und gelegentlich Background-Vocals
Martin: Rhythmus-Gitarrist, Background-Vocals und Quotenhipster.
Marco: Schlagzeuger – Der Typ, der immer dumme Aussagen bringt.

DT: Wie habt Ihr Euch alle kennengelernt?
Tim:
Ich bin zufällig  im Internet auf die Jungs gestoßen, nachdem sie noch einen Bassisten und einen Drummer gesucht haben. Markus kannte ich vorher schon flüchtig von Konzerten und Martin bin ich zufälligerweise auch vorher schon über den Weg gelaufen. Zuerst dachten sie, dass ich mich als Drummer bei der Band bewerben wollte, nachdem ich in meiner vorherigen Band diese Position besetzt habe. Ich wollte Marco nur keine Konkurrenz machen ;)
Markus: Martin und ich waren schon vorher in einer Band, die sich aufgelöst hat, woraus dann AFFC entstanden ist.
DJ: nachdem ich bei meiner Ex-Band Slate Grey rausgeflogen bin, aufgrund zu vieler Ego- und Rockstar-Allüren, wollt ich erstmal gar nichts mehr von Mucke machen wissen. Nach ca. einem halben Jahr hat’s mich dann aber von dem einen auf den anderen Moment wieder dermaßen gepackt, dass ich mich in ein paar Facebookgruppen auf die Suche gemacht hab. Markus schrieb mich an und schickte mir ein paar Demos, u.a. „We will rise again“ – ich war sofort bis über beide Ohren verknallt…in den Sound :D
Martin: Wie der Markus schon gesagt hat, waren wir beide gemeinsam in einer Band, aus der sich dann nach und nach AFFC entwickelt hat.
Marco: Nachdem ich in meiner Heimatregion (Kaufbeuren) keine geeigneten Leute für die Gründung einer Metal-Band fand musste ich meinen Umkreis eben erweitern. Zufälligerweise hat mich ein in München wohnender Kumpel unter einem Post von Markus in einer Band-Gruppe markiert. Zunächst war ich skeptisch, denn ich suchte eher nach Leuten für Deathcore oder Djent. Dann hatte mir Markus aber das Demo zu „The Forgotten Ones“ geschickt und es ist passiert. Ich verliebte mich auf der Stelle in diesen Sound, und darf nun seit August 2015 das Metronom der Band sein. Schlagzeuger.

DT: Wie seid Ihr auf den Bandnamen „A Feast For Crows“ gekommen?
Markus
: Ich glaube DJ hat den mal in den Raum geworfen, sogar wegen Game Of Thrones, und den fanden wir alle gut.
DJ: Stimmt. Daher hatte ich die Idee. Aber wir sind jetzt keine nerdy-terdy Fanboygruppe. Ich glaub ich bin sogar der Einzige bei uns, der Game Of Thrones schaut. Oder?
Martin: Also ich schaue kein GoT, aber ich bin grob mit dem Namen des Buches vertraut. Ich wurde tatsächlich auch schon einige Male darauf angesprochen, allerdings weniger, als ich ursprünglich erwartet hatte.

DT: „A Feast for Crows“ ist auch der Titel eines Romans von George R.R. Martin. Gibt es zu diesem Buch eine Parallele?
DJ:
Ich wette, der Hipster hat hierauf wieder eine oberschlaue Antwort, indem er erstmal definiert was eine Parallele ist…
Tim: Tatsächlich sind wir keine Fanboy-Coverband. Bis auf den Titel werden Fans vermutlich sehr enttäuscht von uns sein…
Martin: Vielleicht sind wir eines Tages genauso massentauglich und gehyped wie Game Of Thrones, das wäre doch mal was :D
DJ: Tatsächlich gibt es aber zu Game of Thrones, im Allgemeinen, eine Art von Parallele. GoT handelt sehr viel von Licht & Schatten, was auch das Thema von manchen unserer Songs ist.

DT: Ihr müsst Eure Musik in wenigen Worten einer Person beschreiben, die Euch absolut nicht kennt. Wie fällt diese Beschreibung aus?
Markus:
Im Prinzip machen wir „nur“ Metal. Wir wollen nicht in der Standard-Core-Schiene fahren, weswegen wir die unterschiedlichsten Metal-Core-Stile zu einem Ganzen vereinen. Das Ganze wird ordentlich gewürzt mit Synthies und Orchester-Arrangements.
DJ: Und hier und da auch mal mit etwas old-schooligem.
Martin: Ich habe seit einiger Zeit das Gefühl, dass wir dem Stil von Bullet For My Valentine gar nicht so unähnlich sind, allerdings mit mehr Synths und teilweise etwas härter.
Marco: Ja das ist schwierig... ich beschreibe es immer als Metalcore der aber keiner ist. Es geht grob in diese Richtung, aber es ist trotzdem anders.

DT: Ihr seid jetzt dann mit „I PROMISED ONCE“ in München. Wie bereitet Ihr Euch vor?
DJ:
Ich hör mir deren Songs jeden Tag an und freu mir ein zweites Loch in den Allerwertesten J
Tim: Abwarten und Tee trinken ;)
Markus: Da wir proben eigentlich ablehnen, fällt das flach. Denn wer probt, der kann nichts ;)
Martin: Nachdem ich sozusagen der Propagandaminister bei uns in der Band bin, ist es im Vorfeld eins Gigs natürlich meine Aufgabe, die Leute zu animieren und dafür zu sorgen, dass möglichst viele kommen. Abgesehen davon wird natürlich fleißig geprobt und geübt.
Marco: Im Grunde baller‘  ich mir grad ständig eine Mischung aus „I Promised Once“ und Djent rein. Da kommt Laune auf. J Abgesehen davon arbeite ich gerade daran meinen Schlagzeugaufbau zu erweitern bzw. zu verbessern, um unseren Sound noch etwas besser zu machen.

DT: Gibt es eine Location/Stadt die Euch als Band besonders reizen würde dort einmal zu spielen?
DJ:
Das Wembley-Stadion wär schon nice… Wacken wär aber auch Ok ;-)
Tim: Ein Festival wie Summerbreeze oder Wacken wäre natürlich der Traum. Realistischer ist aber vermutlich erstmal das Backstage bei uns in München. Wenn wir‘s dort ins Werk schaffen können wir glaub ich schon sehr stolz auf uns sein ;)
Markus: Definitiv auf jedem großen Festival, was es so in der weiten Welt gibt. Aber das bleibt realistisch gesehen wohl ein Wunschtraum. Aber Wacken wäre mein Favorit.
Martin: Da es schon um Festivals geht: Auch ich würde echt gerne mal auf einem größeren Festival spielen, auch weil es mich mal interessieren würde, wie es dort Backstage aussieht, wie die Bands „versorgt“ werden, was alles an Technik rumsteht und so weiter…
Marco: Wembley-Stadion, Wacken usw. klingt alles sehr verlockend und toll. Erstmal will ich es aber schaffen, im Backstage Werk und/oder in der Olympiahalle zu spielen.

DT: Worauf dürfen sich die Fans bei Eurem Auftritt freuen?
Tim:
Naja, Gebolze bis zum geht nicht mehr, gute Zustimmung und 'ne fette Party ;)
DJ: Darauf, uns live sehen zu dürfen J
Martin: Ich beobachte bei vielen Bands, besonders auch bei den größeren, dass sie auf der Bühne eher gelangweilt und teilweise sogar echt unsympathisch rüberkommen, deshalb kann ich für uns sagen, dass wir ein echt lustiger (und hoffentlich auch sympathischer) Haufen sind, dass wir Spaß an dem haben, was wir machen und dass wir für gute Stimmung sorgen.
Marco: Neben dem schon erwähntem können sich alle auf zwei neue Songs vom kommenden Album freuen! ;)

DT: Erzählt und doch ein wenig etwas zu Eurem letzten Release „Let The Feast Begin“?
Martin:
Wir hatten praktisch schon bei der Bandgründung richtig viel Material, das wir schnellstmöglich an den Mann bringen wollten und hatten dann dank unserem allerliebsten Lead-Gitarristen (wir haben ja nur einen) auch die Möglichkeit, es relativ kostengünstig aufzunehmen. Das Endergebnis kann sich meiner Meinung nach echt sehen lassen.
Markus: Aufgenommen wurde das Ganze im bandeigenen Tonstudio im Herbst 2015. Da wir das Teil so schnell wie möglich raushauen wollten, waren wir bzw. ich ziemlich unter Druck und haben gefühlt 24/7 daran gearbeitet. Die Songs gab es teils schon vorher, teils kamen sie erst dazu im Laufe des letzten Sommers. Der Titel dürfte selbsterklärend sein: Lasst die Party steigen!
DJ: …oder das große Fressen. Weil Münchner Kost hat ja schon einige Schmankerl zu bieten.

DT: Welche Message möchtet Ihr mit „Let The Feast Begin“ vermitteln?                                                      
Markus:
Im Prinzip: Passt auf, Leute, jetzt kommen wir!
DJ: Neeeeee, die Message ist: Vereint Eure Genitalien…. und hört dazu AFFC!
Martin: Message? Keine Ahnung, ich spiele nur Gitarre, für die Messages ist (leider?) unser Sänger zuständig.

DT: Auf welche Songs freut Ihr Euch besonders sie live spielen zu dürfen?
Tim:
Miss Bloodred Lips ist mein persönlicher Favorit, da er Live immer wieder eine Freude ist zu spielen und mein absoluter Lieblingssong ist. Gespannt bin ich, wie unsere 2 neuen Songs Insomaniac und Waste & Filth beim Publikum ankommen.
DJ: Waste & Filth. Ein Song der auf unserem kommenden Album sein wird. Spielen wir bei der Show mit I PROMISED ONCE zum ersten Mal live. Eine Hassgranate vor dem Herrn. Bin mir sicher, da geht die Luzi ab.
Markus: Definitiv Miss Bloodred Lips und Insomanic. Aber eigentlich machen alle Songs live Spaß.
Martin: Ich kann mich tatsächlich auch nicht entscheiden, auf welche Songs ich mich am meisten freue… Ich habe eher Spaß an einem Konzert an sich, nicht an einzelnen Songs. Auf der Bühne abzugehen, mit den anderen Bands quatschen, den Fans den Kauf von Merch „nahezulegen“, das sind so die Sachen, die mir am meisten Spaß machen :D
Marco: Definitiv „Miss Bloodred Lips“ und auch unsere Power-Ballade „What Has Been Said“. Letztere ist für mich als Schlagzeuger jedes Mal erneut einfach cool zu spielen. Da hab ich sehr viele Möglichkeiten, um coole Breaks oder Akzente zu setzen.

DT: Wir haben noch eine lustige Frage an Euch. Ihr werdet in Sibirien nur mit Euren Instrumenten ausgesetzt. Was macht Ihr, um zu überleben?
DJ:
Da ich ja kein Instrument im eigentlichen Sinne spiele, gebe ich zuvor an, für die Bierflöte verantwortlich zu sein und sterbe glücklich und „saucool“ mit einem Augustiner in der Hand.
Tim: Bandprobe unplugged, wie meine erste Probe mit den Jungs, da sie den Proberaumschlüssel an dem Tag vergessen hatten. Vielleicht haben wir ja Glück und jemand erhört uns ;)
Markus: Da ich zu blöd bin, um Feuer aus meiner Gitarre zu machen, finde ich Bandprobe unplugged auch ziemlich verlockend.
Martin: Ich baue mir aus einer Gitarre, Ersatzsaiten und Drumsticks Pfeil und Bogen, erlege einen riesigen Bären, rolle die Vorräte in den Kesseln des Drumkits in wärmere Gefilde und veranstalte dort ein Benefizkonzert für die Bärenfamilie. Man sollte diese Band ja der Nachwelt erhalten und für irgendetwas muss mein Maschinenbaustudium ja gut sein…
Marco: Ja, Martin hat‘s raus. So machen wir das! Meine Drum-Felle können wir zu Hüten umbasteln. Falls es mal nicht schneit, sondern eher regnet.

DT: Zum Abschluss dürft Ihr noch einige Worte an unsere Leser richten.
DJ:
One crow – one fuckin‘ family, up the irons, may the force be with you und „Hold the door“ ;-)
Markus: Alles klar…
Martin: Je größer der Dachschaden, desto besser der Blick auf die Sterne.

 

geschrieben von: Saskia Scherf
© Photo: A FEAST FOR CROWS