Blind Channel - Blood Brothers

Kategorie:  Album-Rezension

Region:  Nord- und Osteuropa

 

Erscheinungsdatum: 20.04.2018

Jung, dynamisch und mit donnernden Riffs melden sich Blind Channel mit ihrem zweiten Album „Blood Brothers“ zurück. Insgesamt 11 Songs haben die fünf Musiker aus Helsinki auf ihr neuestes Werk gepackt, dass neben Abwechslung auch absoluten Ohrwurmcharakter hat.

Man sollte sich von den ersten ruhigen Tönen nicht in die Irre führen lassen: denn leise sind Blind Channel defintiv nicht! „Trigger“ eröffnet fulminant das zweite Album und stellt gleich mal klar, dass man sich auf einiges einstellen kann. „Sharks Love Blood“ kommt da schon etwas, aber nur minimalst, dezenter daher als der Opener, ist aber ein absoluter Ohrwurm. Die beiden Zeilen „Tell me all your deepest secrets I can show you mine“, klingen beinahe schon wie eine Einladung. Ein Song mit ruhigeren Passagen, deren Lyriks schnell im Gedächtnis sind und dennoch zum Abgehen einladen. Bereits mit dem ersten Triple hat das finnische Quintett defintiv abgeliefert. Denn mit „Wolfpack“ packen sie einen sehr starken Titel aus, der auch die letzten Bewegungsmuffel überzeugt.
Unterstützung holten sich Blind Channel durch Spaz Caroon, der mit ihnen „Elephant In The Room“ aufnahm. Besonders auffällig sind bei diesem Track die Lyriks und die brachialen Gitarrenriffs, die eine perfekte Symbiose und somit die Brücke spannen. „Out Of Town“, „My Heart Is A Hurricane“ und „Giants“ kann man nun nicht wirklich als Balladen bezeichnen, ein wenig ruhiger angehaucht trifft es da wohl eher. Treibend und mit einem typischen Metal- und auch mal Metalcoretypischen Anteilen lassen den Zuhörer kaum zur Ruhe kommen. Ein absolutes Highlight ist definitiv „Alone Against All“, der neben diversen popigeren Anteilen, auch für die Tanzwütigen etwas übrig hat. Und ob man will oder nicht, kann man schnell die Lyriks mitsingen und bekommt sie auch nicht mehr wirklich aus dem Kopf. Leider ist es schon fast wieder vorbei. Nur noch zwei Tracks trennen den Zuhörer vom Schluss. Aber deswegen wird nicht weniger gepowert. „Scream“ beginnt langsamer, baut sich stetig auf, bis er im Refrain förmlich explodiert. Man will am liebsten mitschreien, auch wenn insgesamt der Titel eher ruhiger ist.
Den krachenden Abschluss präsentieren Blind Channel mit „I.D.F.U“. Im letzten Track beweisen die Musiker nochmals, dass sie sich defintiv nicht in eine bestimmte Sparte stecken lassen. Die Kombination verschiedener Stile klingt nicht schlecht, bietet somit für jeden nochmal etwas.

Wer glaubt, dass Blind Channel halt wieder so ein melancholischer Export aus Finnland sind, der täuscht sich aber gewaltig. Durch die Kombination von vielen verschiedenen Musikrichtungen, läuft dieses Album ohne langweilig zu werden durch. Wem Experimentierfreudigkeit, brachiale Gitarrenriffs, trotz allem eingängige Melodien und eine gewisse Melancholie gefällt, der ist bei dieser jungen Band definitiv richtig.

 

Tracklist
01. Trigger
02. Sharks Love Blood
03. Wolfpack
04. Elephant In The Room (feat. Spaz Caroon)
05. Out Of Town
06. My Heart Is A Hurricane
07. Giants
08. Like A Brother
09. Alone Against All
10. Scream
11. I.D.F.U

geschrieben von: Saskia Scherf
© Photo: Blind Channel