dArtagnan - "Wir halten dem Wind und der Gischt mit unseren Degen entgegen"

Kategorie:  Interviews

Region:  West-, Mittel- und Südeuropa

Wir trafen uns mit Ben und Tim vor ihrer Show in München und haben uns mit ihnen über einige sehr interessante Themen unterhalten.

DT: Wir treffen uns jetzt schon zum 3. Mal hier in München und zum 2. mal ist München euer Tourstart. Ist das Zufall oder für euch schon eher sowas wie ein gutes Omen :)
Ben:
Wir wissen seibst nicht so genau, wieso wir immer in München die Tour starten – jetzt, beim dritten mal können wir es auf jeden Fall schon Tradition nennen!

DT: Was ist euch in Erinnerung geblieben im Vergleich der beiden Tourstarts?
Ben:
Definitiv das allererste Konzert - natürlich auch in München! Wir wussten überhaupt nicht, was uns erwartet! Wir wussen, es kommen Leute, hatten aber nur eine Zahl. Wer das sein wird, aus welchem Genre, alt oder jung – keine Ahnung. Und das ist bis heute so geblieben, unser Publikum ist jedesmal dermaßen durchmischt! Da passt auf jeden Fall das Wort: „Unschubladisierbar“!

DT: Worauf dürfen sich Eure Fans heute gefasst machen?
Ben:
Wir haben uns viele Gedanken gemacht, um eine Spannende und abwechslungsreiche Show zu kreieren. Das ist auf jeden Fall 100% unser Ding und macht auf der Bühne jede Menge Spaß. Wir hoffen natürlich, diesen Spaß aufs Publikum überspringen zu lassen!

DT: Ihr könnt jetzt ja schon auf 3 Jahre Bandgeschichte zurückblicken. Schaut ihr da noch gerne zurück oder denkt ihr shit, das hätten wir doch jetzt ganz anders gemacht.
Ben: Mal so, mal so. Wir wissen definitiv, dass die Geige ein großer Gewinn für uns ist. Wir hätten dem Instrument von Anfang an mehr Beachtung schenken sollen!

DT: Manchmal entsteht der Eindruck, dass man nur auf den „Musketier-Rock“ gewartet hat. Hattet Ihr mit diesem Erfolg gerechnet?Ben: Die goldene Platte war schon mega krass. Da fühlt man sich dann schon, als würde man bei den großen Jungs mitspielen. Wenn man dann Andreas Gabalier in einem Olympia Stadion sieht und sich denkt: „So groß sind wir noch gar nicht...“ (lacht) Wir werden weiterhin Klinken putzen und jede Menge Shows spielen und wenn das Ganze dann ankommt sind wir froh.

DT: Was war für Euch der berührendste Moment auf Tour?
Tim:
Es gibt ein paar Nummern, die einen auf Tour und auf der Bühne berühren. Ich spüre das am Meisten, wenn die Leute so viel Spaß haben, dass die Stimmung vom Publikum so auf die Bühne überschwappt. Das sind dann so Momente. Fernab der Bühne passieren eher weniger berührende Momente. (lacht) Wir machen Sport, wir machen viele Sachen, usw.
Ben: Am berührendsten ist es eine Ballade zu singen. Das ist immer geil, vorallem, wenn man das noch nicht hundertemale runter gezockt hat und dabei an andere Dinge wie z.B. wann du die nächste Steuererklärung abgibst....
Tim: Tust du??!!
Ben: Nein, das tu ich nicht! Aber wenn du was schon richtig lang gespielt hast, dann bist du so drin, dass du das machen könntest. Und wenn das frisch ist, dann hast du gar nicht die Chance dazu.
Tim: Wenn du nen Song schon 500x gespielt hast, dann hast du so eine Sicherheit drin, die zur Routine wird. Und das ist nicht schön.

DT: Es gab Veränderungen und Ihr konntet ein neues Musketier für Euch gewinnen. Denkt ihr, dass Veränderungen einfach zum Leben gehören um voran zu kommen? Seht ihr eine Chance in solchen Gelegenheiten?
Ben:
Der Ausstieg von Felix war für uns jetzt nicht der Einsturz von allem. Das hat sich für uns schon länger angekündigt als es nach außen sichtbar war. Und wie du schon sagst, ist das einfach Leben. Wir haben in dem festen Glauben daran, dass sich nie etwas ändern wird, begonnen. Aber letztendlich ändert sich alles. Was aber bleibt: ist unser Drang etwas auf die Bühne zu bringen. Der Gedanke zählt was die Musik aussagen will und das ist es was zählt.
Tim: Es muss weiter gehen.
Ben: Ist ja nicht so, dass wir uns jetzt als die übrigen zwei Musketiere sehen. Eigentlich haben wir uns vermehrt, wachsen immer weiter mit unserer Live-Band zusammen und sind mittlerweile schon zu sechst. Also SECHS Musketiere (grinst). Wir sehen uns als große Einheit.

DT: Mittlerweile habt ihre jetzt auch schon einige Konzerte gespielt. Wie fühlt ihr euch, wenn das Publikum mal nicht so feierfreudig ist (München ist dafür ja ein hartes Pflaster).
Ben:
Wenn die Leute erstmal ihre bayrischen Ärsche hoch bekommen haben und da sind, dann sind sie durchaus begeisterungsfähig. Und ich kann dann keines dieser Klischees bestätigen. Da is es schwieriger die Franken zu kriegen. Wir feiern da immer Heimspiel und haben dort schon alles mögliche gesehen. Das sagt aber jede Band über die eigene Heimatstadt, dass die nicht so sind.
Tim: Wenn ich so an die Münchner Konzerte zurück denke, waren die immer toll. Es hat sich jetzt auch verdoppelt. Es wird ein geiles Konzert und mir hat München immer Spaß gemacht.

DT: Auch bei Eurem 2. Album sind die Songthemen wieder sehr verschieden. Was muss Euch berühren damit genau das dann in einen Song packen willst?
Ben:
Im Endeffekt muss es einen nur selber kicken. Es muss einem im Herzen nur so berühren und so zündeln, das man es einfach zu Papier bringen möchte.
Tim: Man schreibt das dann auf, zeigt es den anderen und dann geht das Ganze so seinen Lauf und es wächst mit der Zeit.
Ben: Das ist das Schöne, das Musik somit immer persönlich bleibt.

DT: Wenn Ihr die Alben in einem Bild beschreiben müsst, das so eine Art Zusammenfassung darstellt, welches wäre das?
Tim:
Ich sehe ein rießen Gemälde aus Pferden, Falken, Feuer. Du hast die vier Elemente mit drin, so ein richtiges Feuerwerk. An einem Hof in Versailles. Da ist so alles dabei...
Ben: Beim Zweiten sind dann auch dunklere Ecken dabei. Da hatten wir dann auch mit Kritik zu kämpfen. Eine epische Steilküste sozusagen. Wir halten dem Wind und der Gischt mit unseren Degen entgegen.

DT: Abschließend möchten wir mit Euch so eine Art Spiel machen. Ihr überlegt Euch jeder für sich ein Ziel, das er bis zum nächsten Interview erreichen möchte. Und beim nächsten Mal erkundigen wir uns, ob es geklappt hat oder nicht.
Ben:
Weltherrschaft (lacht)
Tim: Ich will in einem Jahr immer noch auf der Bühne stehen und den Spaß an der Musik nicht verlieren.

 

geschrieben von: Saskia Scherf
(c) Photo: Holger Fichtner