DIR EN GREY - ARCHE

Kategorie:  Album-Rezension

Region:  Japan

Erscheinungsdatum: 10.12.2014

 

Ihr Name ist Programm. Sie sind eine der größten Bands, die es in der Szene gibt. Seit nun mehr 15 Jahren stehen diese Musiker gemeinsam auf der Bühne und erfreuen ihre Fans mit ihrer Musik. Am 12.12.2014 erschien das nun mehr 9. Studioalbum nach nicht weniger als drei Jahre und vier Monate.
ARCHE bedeutet in der griechischen Sprache „Ursprung“ und lässt einige wieder hoffen. Kehren DIR EN GREY eventuell wieder zu ihren Wurzeln zurück?

In typischer DIR EN GREY Manier beginnt der erste Track „Un deux“, und doch ist etwas anders. Die Strophen sind melodisch, tragen die Stimme des Vocals, umschmeicheln sie, ehe der eindrucksvolle Chorus folgt. „Soshaku“ schließt nahtlos an den Vorgänger an, erinnert jedoch an das „neuere“ DIR EN GREY. Harte Gitarrenriffs und der unverkennbare Klang der Band, gestalten den Song als kleines Juwel des Albums. Screamingparts, schnelle Drumparts, rasante Gitarrenriffs. So lässt sich der dritte Song wohl am besten beschreiben. Und dennoch können auch Fans, die nicht ganz so auf den harten Metal stehen, sich an diesem Song erfreuen.
Das folgende Trible „Phenomenon“, „Cause of fickleness“ und „Tousei“ könnte unterschiedlicher kaum sein. „Phenomenon“ erinnert ein wenig an die schwarze Szene: eine Ballade mit vielen verschiedenen Facetten, zu der im Takt der Musik die Hüften geschwungen werden oder auch lasziv getanzt werden kann. Schneller und wieder mehr für die tanzenden Fans ist „Cause of fickleness“. Instrumental höchst anspruchsvoll, was die schwierigen Gitarrensolos mehr als unterstreichen, und auch gesanglich einprägsam ordnet sich dieser Titel in der Mitte des Albums ein. „Tousei“ hingegen beginnt sehr ruhig, nur durch zupfen der einzelnen Gitarrenseiten. Hauptsächlich durch Gitarren und Schlagzeug unterstrichen, vom Bass umrahmt, fügen sich die Lyriks in das Gesamtbild ein.
„Rinkaku“ wurde bereits als Single veröffentlicht und bedarf nicht mehr vieler Worte. Außer dem, dass sich DIR EN GREY in diesem Song an dem bisherigen roten Faden entlang hangeln.
„Chain repulsion“ ist einer der wohl kürzesten Tracks auf diesem Album, und dennoch einer der schnelleren Nummern auf diesem neuen Longplayer. „Midwife“ ist ebenfalls etwas zügiger angelegt und ist dennoch für alle Headbang-Freunde ein wahres Erlebnis. Mit „Magayasou“ folgt ein weiterer eher gediegener Song, der dennoch durch die hohen gesanglichen Wiedergaben zu etwas absolut besonderem wird.

Nun mehr in den letzten Zügen von „ARCHE“ angekommen, geht es mit dem elften Titel „Kaishun“ weiter. Ein wenig dramatisch angehaucht beginnt dieser Song, dennoch besticht „Kaishun“ durch wechselnde Takte, eine drastische Melodie und den Ohrwurmfaktor.
Die Titel 12 „Behind a vacant image“, 13 „Sustain the untruth“ und 14 „Kukoku no kyouon“ bilden das nächste Trio auf diesem Album. Diese Tracks überzeugen durch Finesse, Einfallsreichtum und der Hingabe an die Musik.
Den vorletzten Titel „The inferno“ stellt eine absolute Kontroverse zu den bisherigen Titeln dar. Hier hauen die Japaner nochmals richtig auf die Pauke und erinnern damit an kürzlich veröffentlichte Titel, Screaming, Shouten und eine gehörige Portion Metal, leiten den Abschluss von „ARCHE“ ein.
Mit dem Titel „Revelation of Mankind“ was übersetzt soviel bedeutet wie „Offenbarung der Menschheit“ schließen DIR EN GREY ihr Album „ARCHE“ ab. Musikalisch rocken die fünf Musiker nochmals in gewohnter Manier und setzen somit dem Album die Krone auf.

Viele Eindrücke und Melodien strömen auf den Zuhörer ein, während er „ARCHE“ lauscht. Mit der zu Beginn geäußerten Vermutung, dass die Musiker eventuell zu ihren Ursprüngen zurück kommen wollten, kann man so nicht 100% zustimmen. Eher könnte man sagen, dass sie ihre Erfahrungen und Eindrücke gebündelt und in eine neue Hülle verpackt haben. Das Ergebnis ist ein Album, dass sich von seinem Vorgänger nicht mehr unterscheiden könnte.

 

 

Tracklist:
01. Un deux
02. Soshaku
03. Uroko
04. Phenomenon
05. Cause of fickleness
06. Tousei
07. Rinkaku
08. Chain repulsion
09. Midwife
10. Magayasou
11. Kaishun
12. Behind a vacant image
13. Sustain the untruth
14. Kukoku no kyouon
15. The inferno
16. Revelation of mankind

 

 

geschrieben von: Saskia Scherf