Eisbrecher - 29.12.2012 - München

Kategorie:  Konzertberichte

Region:  West-, Mittel- und Südeuropa

 

Als hätte das Wetter gewusst, dass etwas ganz Großes bevor stand, senkte sich das Thermometer auf eisige Temperaturen. Denn endlich war es soweit: dass Jahresabschlusskonzert von Eisbrecher am 29.11.12 im Zenith in München, welches so viele Fans lange erwartet hatten, war gekommen. Draußen vor der Halle standen selbige in großer Zahl und in freudiger Erwartung erkannten sich Freunde und Konzertbekannte. Die Welt ist klein und keiner wollte sich dieses Event entgehen lassen.
 

Endlich war es Zeit für den Einlass, weshalb sich die Halle nach und nach mit Gästen von jung bis alt füllte. Der Zenith ist eine „kuschelige“ Halle, welche eine sehr familiäre Optik ausstrahlt und dennoch Platz für eine große Masse begeisterter Fans gibt.
Um 19 Uhr ging es auch prompt los, und drei junge Männer betraten die Bühne und rockten so, als würde es um ihr Leben gehen. „Black Blitz“, eine Band aus München, die erst seit 3 Jahren existiert, aber trotz dieser geringen Zeit das Publikum begeistern kann und weiß, wie sie sich präsentieren. Sie sprachen bayerisch, rockten und genau deshalb kamen sie sehr gut bei den Konzertbesuchern an. Eingängige Rhythmen, die zum mit klatschen animieren, lässige Gitarrenriffs und die unverwechselbare Stimme des Leadsänger, machten die Mischung perfekt. Black Blitz schafft es in 20 Minuten von sich zu überzeugen und heizten das Publikum auf. Durch den Charme der Mannen freute sich spätestens jetzt jeder auf den Abend.
 

Nach einer kurzen Umbaupause betrat Alexx, der Frontmann von Eisbrecher die Bühne und bedankte sich bei Black Blitz, die er persönlich eingeladen hatte. Auch über die Tatsache, dass die Jungs überzeugen konnten, erfreute den Sänger sehr. Er sprach wie immer lässig zum Publikum und begrüßte alle zu ihrem Jahresabschluss. Es gab sogar eine persönliche Begrüßung für einen einen Ostfriesen, welcher die Flagge seine Heimat mitbringt: „Früher haben wir viele Witze über euch gerissen… Wenn ich mir Dich so anschaue…. Früher war doch nicht alles schlecht!“ Kaum hat der Sänger ausgesprochen geht es schon weiter. STAHLMANN betraten die Bühne und das Quartett rockte mal so richtig. Jubelschreie kamen aus dem Publikum, es wurde geklatscht bis die Hände wund waren. Silber lautet das Motto dieser Band. Um ihrem Namen gerecht zu werden sind die vier Männer der Band mit einer Silberfarbe bemalt - wirken so wirklich wie Männer aus Stahl. An diesem Punkt musste man Eisbrecher danken. Denn ohne sie wäre STAHLMANN nie da wo sie jetzt stehen. Denn Alexx unterstützte viele junge Bands, die Potenzial aufweisen. Doch auch ihr eigenes Talent, die Liebe zur Musik und der kleine Schubs des Frontmans von Eisbrecher sind daran beteiligt, dass sie nun ihre eigene Fangemeinde haben und mit dem Publikum „Hass mich – Lieb mich“ singen können. Doch genau so schnell wie sie aufgetreten waren, verließen Mart, Tobi, Ablaz und Niklas die Bühne wieder.
 

Eine etwas längere Umbaupause folgte und nach einer kleineren erneuten Ansprache von Alexx trat die Formation von „Diary of Dreams“ auf. Eine Band die bereits seit 23 Jahren auf der Bühne steht, und ihre eigene Fangemeinde mitgebracht hat. Die Gruppe mit den deutsch-englischen Texten, legte ohne große Umschweife los. Die tiefe, fast magische Stimme von Adrian Hates zog alle sofort in ihren Bann. Die Melancholie in ihren Texten, vermittelt der Musiker mit viel Emotionen, wodurch er zu einem absolut zentralen Punkt der Band wird. Ein wenig blieb dennoch der Beigeschmack im Mund der Anwesenden, dass diese Band nicht so ganz in das Gesamtkonzept des Abends passte.  Auch aufgrund technischer Probleme ging der Charme dieser Truppe ein wenig unter.  Alles in allem war die bisherige Euphorie durch die Vorgängerbands mittlerweile wieder gesunken und die bekannte Kälte zurück.
 

Kaum waren alle Staffs von der Bühne, als auch schon Eisbrecher auftraten. Kaum konnte man das langjährige Tango-Intro hören, vergaß man die Zeit. Mit diesem Motto stürmten Eisbrecher nacheinander die Bühne. Sänger und Frontman Alexx betrat die Bühne mit einer Rose im Mund, die schon bald jemand im Publikum überreicht bekommen sollte. Ohne große Umschweife ging es richtig los mit „Exzess Express“. Die Fans fingen sofort an zu springen, zu klatschen und mit zu singen.
Der erste Teil des Konzertes war eher für die Eisbrecherfans der ersten Stunde bestimmt, denn die Band spielte Erfolgshits wie „Willkommen im Nichts“ und „Kann den Liebe Sünde sein“. Nach der kleinen Akkustikpause mit „Tränen lügen nicht“ - nach der Alexx geschworen hatte nie wieder eine Gitarre in die Hand zu nehmen - ging es rockig weiter.
Bei „Heilig“ wurde es dann doch ein wenig voll auf der Bühne. Ein kleines Leckerli sollte der kleine Gastauftritt von Tina und Conny darstellen, den beiden langjährigen Backgroundsängerinnen von Eisbrecher. Leider ging der musikalische Beitrag der schmukken Damen im Eifer des Gefechtes ein wenig unter, da das Hauptmikro – also das des Sängers – die ihren übertönte. Das tat jedoch dem Applaus keinen Abbruch, und das kleine Geschenk der Bands an ihre Sängerinnen war geglückt.
Kaum waren die Damen von der Bühne, da besangen die Mannen von Eisbrecher die Liebe in Hits wie „Vergissmeinnicht“ oder „Ohne dich“. Diese Titel brachten nicht nur die Liebe in die Halle und somit ins Publikum, sondern auch die Stimmung endgültig zum Kochen. 
Bei „This is deutsch“ wurde ein kleines Wiedersehen gefeiert, zwei ehemalige Mitglieder der Band durften mit auf die Bühne und die Deutschland-Flaggen schwenken. Es entstand ein wirklich absolut unbeschreibliches Gefühl der Einheit und der Gemeinsamkeit. Die Acteure sowie ihre Gefolgschaft spornen sich immer wieder gegenseitig zu Höchstleistungen an. Neben der musikalischen Darbietung, kam auch das Auge defintiv nicht zu kurz. Eingerahmt von zwei Nebelsäulen, die von einer Nebelmaschine produziert wurden, bot sich den Fans ein absolut einmaliges Bild.
Der vorletzte Titel an diesem Abend sollte eines der nächsten Highlights werden. Mit dem Song „Miststück“ kochte die Stimmung ein weiteres Mal bis zum Siedepunkt nach oben. Schleuderte der Sänger die Worte „Du bist ein Miststück – Ein Stück Mist“ den Fans entgegen, beantworteten diese diese Aufforderung mit der entsprechenden lautstarken Antwort. Normalerweise umfasst dieses Lied knapp vier Minuten, doch am heutigen Abend wurde dieses auf fast zehn Minuten gestreckt. Mit kleinen Spielchen wie, die eine Seite des Publikums gegen die andere Seite vergingen diese  Minuten wirklich wie im Flug.

Doch da alles mal ein Ende hat, leider auch dieser Abend, verabschiedeten sich Eisbrecher mit ihrem Albumtitelgebenden Song „Die Hölle muss warten“. Ein letztes Mal wurde nochmals alles Gegeben, die Saiten der Instrumente bis aufs Äußerste in Anspruch genommen, den bereits schwitzenden und ausgelaugten Körpern alles abverlangt ehe schließlich dieser Abend mit einem gewaltigen Tusch endete. Als kleine Erinnerung an diese wunderbaren Stunden forderten die Musiker ihre Fans auf, sich zusammen in der Mitte der Halle zu quetschen, damit ein gemeinsamen Gruppenfoto geschossen werden konnte. Danach folgten noch viele Danksagungen und sich gegenseitiges Applaus spenden, ehe die Acteure schließlich von der Bühne verschwanden.
Nach und nach verließen auch die Fans die Halle und verschwanden nach diesem mehr als gelungenem Abschlusskonzert in der eisigen Dunkelheit.

Fassen wir diesen Abend nochmals zusammen: Auch wenn ein grauer Schatten über dem Abend hing, da „Der Hobbit“ Achim wegen einer OP außer Gefecht gesetzt war, wurde er mehr als würdig von Manuel „dem kleinen Italiener“ vertreten. Für einige war auch die Setlist ein wenig enttäuschend, da sie die gleichen Songs enthielt, wie auf der vergangenen Tour. Doch das wurde durch die gute Stimmung mehr als wieder gut gemacht. Abschließend können wir also sagen, dass dieser Abend wirklich mit einer bomben Stimmung in die Geschichtsbücher eingehen wird. Man kann sich echt nur noch auf die nächsten Konzerte freuen. 

Setlist:
1.Exzess Express
2.Willkommen im Nichts
3.Anitkörper
4.Kann denn Liebe Sünde sein
5.Leider
6.Augen unter Null
7.Amok
8.Tränen lügen nicht
9.a bairische Band
10.Metall
11.Prototyp
12.Die Engel
13.Schwarze Witwe
14.Heilig
15.vergissmeinnicht
16.Ohne dich
17.This is deutsch
18.Verrückt
19.Rette mich
20.Miststück
21.Die Hölle muss warten

 

Text & Photos: Daniel Schneider