RAVENFIELD - Faith And Fall

Kategorie:  Album-Rezension

Region:  West-, Mittel- und Südeuropa

Releasedate: 03.05.2019

Das Debütalbum ist für jeden Musiker die wohl aufregendste und spannendste Veröffentlichung in der Karriere. Denn das erste Mal können alle Anderen außerhalb des Proberaumes hören, was man da auf CD gebannt hat. RAVENFIELD haben am 03.05.2019 ihr Premiere Album „Faith And Fall“ veröffentlicht.

Der Opener „Self Destruction“ nimmt den Zuhörer gleich mit auf eine Reise in den Darkrock/Metal Bereich. Schon nach den ersten Tönen beginnt man mit dem Kopf zu nicken und spürt den Bass durch den Körper fließen. Ein ruhigerer erster Track, der jedoch nichts an Tiefe dadurch verliert. „Journey – Gone“ kommt da schon einen Ticken härter ums Eck. Gitarren lastiger und nicht mehr so vom Bass dominiert. Dennoch verleiht die charismatische, eingängige Stimme dem Song den Tiefgang, der ihm auch gebührt. Und wer bisher noch nicht einmal Gänsehaut hatte, der kann sich darüber bei „Second Skin“ freuen. Eine zunächst eher ruhige instrumentale Eröffnung, ehe der Song im Refrain alles raus haut. Mit „Alone“ kommt ein absoluter Ohrwurm daher, der musikalisch absolut in das Genre von RAVENFIELD dem Darkrock passt. Bereits nach einmal hören, kann man schon mitsingen. Das Gitarrensolo in der Mitte lässt auch keine weiteren Wünsche offen. „Farewell“ reiht sich in die Reihe nahtlos ein und zeigt eine weitere Seite von RAVENFIELD. Track 6 und 7, „The Sick One“ und „Wasteland“, lassen auch den letzten Tanzmuffel nicht mehr ruhig stehen. Ersterer fällt vor allem durch das doch sehr präsente Schlagzeug auf. Während „Wasteland“ zu Beginn nur ruhig daher scheppert, kann aber eindeutig durch seinen Tiefgang und die Bass-Lines überzeugen. Wer dachte er hat schon alle Facetten von RAVENFIELD kennengelernt, der wird sich beim nächsten Titel nochmal richtig umschauen. „Burning Tree“ glänzt durch stetig wechselnde Rhythmen und eine dennoch sehr eingängige Melodie. Besonders die Bridge macht diesen Song zu einem absoluten Highlight auf „Faith And Fall“. Wer hat nicht auch schon mal Gefühlen keine wirkliche Bedeutung, Richtung oder sogar Namen geben können?! In „Unnamed Feelings“ kann man versuchen seine Gefühle irgendwie zu verstehen oder gar zu begreifen. Ein Track, der eine gewisse instrumentale Abwechslung bietet und mit unter einer der stärksten Songs des Albums ist. Aber nun genug gegrübelt, denn bei „Darkest Sun“ bleibt keine Zeit mehr für tiefgehende Gedanken. Hier zeigen die Musiker um Vokalist Polo nochmal aus welchem Genre sie kommen und dann sie sicherlich nicht auf der Brennsuppen daher geschwommen sind. Auf die letzten Meter hauen RAVENFIELD noch einen guten Song nach dem anderen raus. „Ashes“ reiht sich nahtlos in die Reihe der Songs ein, die nach vorne gehen und nicht nur vor sich hin dümpeln. Ein Titel, der live sicherlich gut kommt und auch die besondere Energie der Band widerspiegeln wird. Leider ist mit dem nächsten Lied auch schon wieder alles vorbei. Denn „The End“ heisst nicht nur so, sondern bildet auch den Abschluss. Und passenderweise könnte man sagen, dass er die Abrundung zum Opener „Self Destruction“ ist.

Fassen wir also nochmal zusammen: RAVENFIELD haben ein Album produziert, dass nicht einmal ansatzweise alle Facetten der Band präsentiert. Beim mehrmaligen Durchhören, fallen dem aufmerksamen Zuhörer immer wieder neue Nuancen auf, die die Musik immer wieder in ein neues Licht rücken. Auch die tiefsinnigen, eingängigen Texte sind nicht einfach nur geschrieben worden, damit etwas gesungen werden kann. Sie gehen unter die Haut und werden durch das recht umfangreiche stimmliche Spektrum von Sänger Polo passend verpackt und vermittelt. Alles in allem ein gut gelungenes erstes Album, das live rocken wird und dennoch Platz nach oben lässt.

Tracklist:
01.Self Destruction
02.Journey – Gone
03.Second Skin
04.Alone
05.Farewell
06.The Sick One
07.Wasteland
08.Burning Tree
09.Unnamend Feelings
10.Darkest Sun
11.Ashes
12.The End

 

 

geschrieben von: Saskia Scherf
© Photo: Ravenfield