REDEMPTION OF MY FAIRYTALE - "Wir opfern jetzt aber keine Ziege oder so…"

Kategorie:  Interviews

Region:  West-, Mittel- und Südeuropa

Im Vorfeld des CrowsFest 2017 standen uns die sympathischen Musiker aus Weilheim REDEMPTION OF MY FAIRYTALE für ein Interview Rede und Antwort. 

 

DT: Danke, dass Ihr Euch Zeit für dieses Interview nehmt. Stellt Euch doch mal vor, nennt uns Eure Position in der Band und nennt uns eine typische Eigenschaft, die jeden von Euch ausmacht.
Servus – und vielen Dank für das Interview! Wir sind Roman, Dario, Cornelius, Julian und Michi. Seit 2010 spielen wir jetzt in dieser Formation zusammen. Roman ist bei uns für den Gesang und die Lyrics zuständig – wenn auch manchmal etwas verplant, bringt er auch metalfremde Konzertbesucher zum dahinschmachten. Dario ist trotz Tätigkeit als beruflicher Gitarrenlehrer bei uns für den Bass am Start. Trotzdem bringt er sich immer wieder mit neuen Songideen an der Gitarrenfront ein. Während Roman unser Zuckerbrot ist, ist Dario mit seinen Growls die Peitsche. Cornelius und Julian sind bei uns für die Gitarrenarbeit zuständig. Cornelius organisiert außerdem unsere Backtracks und ist quasi unser Technik-Beauftragter. Julian kümmert sich um die Organisation der Proben, das Booking und so ziemlich alles andere, was eben gerade anfällt. Michi ist unser quirliger Kreativkopf an den Drums. Während er sich gerade auf Weltreise durch Asien, Neuseeland und Australien treibt, schickt er uns schon das ein oder andere mal eine Voicemail, in der er eine neue Songidee „singt“ – oder wie man das auch immer bezeichnen will. Man sieht schon – wir ergänzen uns ganz gut und es macht Spaß.

DT: Wie seid Ihr zur Musik gekommen?
Witzige Geschichte eigentlich. Im Grunde war jeder von uns vor Redemption Of My Fairytale schon in anderen Bands aktiv. Weilheim gilt (galt) ja seit Notwist und Konsorten schon immer als Schmelztiegel für junge Musiker. Vor allem profitieren wir aber in Weilheim von einer sehr entspannten Proberaumsituation und super Möglichkeiten. Hinzukommt auch die Big Band des Gymnasiums Weilheim. Jazz? Ja richtig! So haben Michi, Cornelius und Julian sich im zarten Alter von 13 kennengelernt. Dario und Julian kannten sich sogar durch den gemeinsamen Gitarrenunterricht noch länger. Im Laufe der Jahre machte dann jeder so sein Ding, bis sich die unterschiedlichen Schülerbands so nach und nach auflösten. Den Start machten damals dann Dario und Julian und stellten sich die Frage, was es denn stilistisch im Landkreis noch nicht gab. Da der eigene Musikgeschmack über die Jahre sowieso härter wurde, wurde die Idee Redemption Of My Fairytale geboren. Innerhalb weniger Wochen trommelten wir schließlich die heutige Truppe zusammen und zeigen, dass Weilheim auch mehr kann als Indie.

DT: Wer kam auf die Idee, die Band „Redemption of my fairytale“ zu nennen?
Ach, das war im Endeffekt eine Gemeinschaftsproduktion. Wir mussten uns damals für unseren Proberaum neu bewerben und Eile war gefragt. Da haben wir uns zusammengesetzt und Redemption Of My Fairytale ist herausgekommen.

DT: Was bedeutet der Name für jeden von Euch?
Wenn man ehrlich ist, gibt es keine eindeutige bzw. korrekte Übersetzung ins Englische. Jedem Muttersprachler rollen sich vermutlich die Zehennägel nach oben. Für uns soll der Name in etwa ausdrücken: „Erlösung aus meinem Märchen“, „Das Erwachen aus einem zu gut wirkenden Traum“ – so in etwa…besonders viel haben wir uns nicht dabei gedacht. Wir fanden aber alle, dass er ganz cool klingt.

DT: Musikalisch stecht Ihr durch das Wechselspiel von Cleangesang und harten Growls hervor. Ist das sozusagen Euer Markenzeichen?
Ja definitiv. Zum anderen versuchen wir diese Balance auch in der Instrumentalarbeit zu zeigen. Ich denke jeder, der uns schon gehört hat, kann bestätigen, dass wir uns nicht wie jede x-beliebige Metalcoreband anhören. Dafür ist unsere musikalische Heimat und heutigen eigenen Vorlieben einfach zu verschieden. Unser Ziel ist, dass alle Konzertbesucher auf ihre Kosten kommen. Deswegen haben wir neben den klassischen Brechern auch immer wieder richtige Ohrwürmer zum Mitsingen im Gepäck.

DT: 2015 habt Ihr Euer Debütalbum „Fabula Est“ veröffentlicht. Wie würdet Ihr Eure musikalische Entwicklung seither beschreiben?
Die Songs für Fabula Est haben wir über einen relativ langen Zeitraum geschrieben und ebenso lange für das Recording verwendet. Man kann daher schon sagen, dass wir sogar während dem Recording eine Entwicklung genommen haben. Ich denke, dass die neueren Songs erwachsener geworden sind – diesen Weg wollen wir weitergehen.

DT: Gibt es Titel, die Ihr heute anders spielen würdet?
Da gibt es sicher den ein oder anderen. Manche Songs haben wir auch für das Liveset etwas abgeändert. Grundsätzlich stehen wir aber hinter den Songs auf Fabula Est.

DT: Arbeitet Ihr evtl. schon an einem zweiten Album?
Seit das Album draußen ist, versuchen wir ohne Druck an neuem Material zu arbeiten. Man merkt, jedem von uns juckt es in den Fingern. Vergangenes Jahr haben wir bereits am Böbinger Openair Festival einen ersten neuen Song rausgehauen, der auch sehr gut angekommen ist. Bedingt durch den Berufseinstieg von Cornelius und Julian wird die Zeit allerdings leider immer knapper. Wir versuchen daher die gemeinsamen Termine so produktiv wie möglich zu nutzen. Aktuell ist das Songwriting auch etwas auf Standby. Sobald Michi wieder aus Down Under zurück ist, werden wir uns wieder einschließen. Auf Zeitpunkte für neues Material wollen wir uns jedoch nicht festnageln lassen, aber sagen wir so – es wird Zeit, das Liveset einmal zu erneuern.

DT: Ihr spielt schon eine ganze Weile miteinander. Welche Macken habt Ihr so an den anderen festgestellt?
Da gibt es doch diese Werbung – du bist nicht du, wenn du hungrig bist…Nein Spaß, zur Diva wird deswegen keiner von uns. Wir ziehen alle so viel positive Energie aus der gemeinsamen Musik, da macht einem z.B. mangelnde Pünktlichkeit nichts aus. Die Band lebt ja schließlich auch von den Macken der anderen.

DT: Habt Ihr ein Ritual bevor Ihr auf die Bühne geht?
Kurz bevor es auf die Bühne geht, tigern eigentlich alle immer recht nervös umher und machen sich warm und checken nochmal das Equipment. Meistens gibt es dann einen kurzen Schlachtruf zum Start unseres Intros. Wir opfern jetzt aber keine Ziege oder so…

DT: Im Mai spielt Ihr gemeinsam mit A FEAST FOR CROWS, UNVEILING THE SKIES, NARIN und VENERA in München. Seid Ihr schon aufgeregt?
Ich würde es eher Vorfreude nennen. Auftritte hatten wir ja nun auch schon ein paar. Die heiligen Hallen des Backstages mal von der anderen Seite zu sehen, ist aber schon etwas ganz besonderes – ganz klar.

DT: Worauf freut Ihr Euch am meisten? (bezogen auf den Auftritt in München)
Wir freuen uns einfach auf einen fetten Abriss mit den anderen Bands und auf das ein oder andere Bierchen mit den Konzertbesuchern an der Bar. An dieser Stelle schonmal vielen Dank an unsere Buddies von AFFC, die uns freundlicherweise eingeladen haben, den Abend zu eröffnen.

DT: Wir haben noch eine lustige Frage an Euch. Ihr bekommt Besuch aus dem Ausland und sollt Eurem Gast etwas besonderes zeigen. Was wäre das und warum?
Jedenfalls nicht unseren Proberaum. Wir würden sie zu einem Gig von uns einpacken und hoffen, dass sie unsere Musik ihren Freunden zuhause zeigen und wir irgendwann in einem unbekannten Land zu absoluten Megastars werden!

DT: Abschließend dürft Ihr uns einen Grund nennen, warum wir Eure Musik hören sollten!
Ihr bekommt bei Redemption Of My Fairytale eine gute Mischung aus hartem Metal und melodischen Hooks. Klickt einfach mal auf Facebook, Spotify oder iTunes rein und findet es raus!

 

geschrieben von: Saskia Scherf
(c) Photo: REDEMPTION OF MY FAIRYTALE