SCHATTENMANN - Licht An

Kategorie:  Album-Rezension

Region:  West-, Mittel- und Südeuropa

 

Erscheinungsdatum: 02.03.2018

Endlich ist es soweit! SCHATTENMANN veröffentlichen ihr Debütalbum „LICHT AN“ und erhellen damit sozusagen den Musikmarkt mit ihrem sogenannten „NDH 2.0“ Sound. Mit 13 Tracks, jeder Menge handgemachter Musik und eindringlichen Texten wollen die Mannen rund um Sänger Frank Herzig überzeugen.

Mit dem ersten Song „Licht an“ wird gleich mal klar gestellt, worauf man sich einstellen kann. Rhythmus, Gitarren und eingängige Lyriks! Textlich geht es im Song um die in jedem vorhandene Schattenseite, die auf sich aufmerksam macht und immer wieder durchbrechen kann.
Jeder von uns steckte schon einmal in einer verkorksten, erkalteten Beziehung, die einen emotional erfrieren lies. Dieses Auf und Ab der Gefühle kommt im Track 2 „Brennendes Eis“ zur Sprache. Musikalisch wird mit Tempowechseln, wie auch der unmissverständlichen Aufforderung „Tanz, Tanz, Tanz“ zum Bewegen aufgefordert.
„Gekentert“ schlägt eher ruhigere Töne an. In den Versen sehr ruhig, rockt der Chorus um so mehr. Egal ob in der „Rockversion“ oder in der Unplugged-Version: den nötigen Tiefgang und eine sehr verletzliche Seite zeigen die Schattenmänner mit diesem Titel allemal.
Die nächste Ballade „Zahn Der Zeit“ handelt vom Leben, dem Wandel den jeder durchlebt bis er realisiert, dass es eben nicht nur schöne Zeiten gibt. Aber auch wenn es nicht immer so läuft wie man es möchte, so sollte man doch für diese positiven Momente kämpfen, denn sie haben einen stark gemacht und etwas gelehrt. Das Gänsehautfeeling wird durch die Klaviermelodie nochmals verstärkt und lässt es einem im Chorus eiskalt über den Rücken laufen.
Das volle Kontrastprogramm überrollt einen mit Track 5 „AMOK“. Hart, nach vorne und laut! So lässt sich dieser Titel am besten beschreiben.
„Generation Sex“ entpuppt sich als absoluter Ohrwurm, der auch mit einem Video bereits vorab veröffentlicht wurde. Wer etwas prüde ist, der sollte diesen Titel eventuell überspringen. Denn gnadenlos ehrlich rechnen die Lyriks mit den Extremen ab in denen wir leben. Immer extremer, weiter ohne Rücksicht auf Verluste.
Wenn einem keine andere Lösung mehr bleibt, als der Griff zur Waffe, wird in „9mm“ musikalisch umschrieben und thematisiert.
„Krieger Des Lichts“ hat einen absoluten Wiedererkennungswert! „OhOhOh“- Gesang animiert zum Mitsingen und taucht im gesamten Song immer wieder auf. Die Wiedergeburt als „Krieger Des Lichts“ ermöglicht einem einen Neuanfang. Als Highlight wurde der Refrain in Latein übersetzt und verleiht dem Titel nochmal eine ganz eigene Note.
Wieder ruhiger geht es mit „Trümmer und Staub“ in die Endphase des Debütalbums. Emotional, gefühlvoll und eindringlich lässt sich dieses Werk wohl am besten beschreiben. Ein Stück, zu dem sehr gut getanzt werden kann.
Auch dem Namensgeber der Band wurde ein Titel gewidmet. Markant hierbei ist der Chorus, der so dominant im Gegensatz zum sonst eher ruhiger gehaltenen Rest ist, dass einem die Kraft des „Schattemann“ nochmal bewusst wird.
Die folgenden drei Songs „Böser Mann“, „Rot“ und „Gekentert (Unplugged)“ sind als Bonus auf dem Debütalbum drauf. Wer hat als Kind nicht „Wer hat Angst vorm bösen Mann“ gespielt?! Nun sind die einstigen Kinder groß und tanzen zur musikalischen Umsetzung. „Rot“ ist ein eher elektrolastiger Titel, der nicht ganz so nach vorne geht, wie manch andere Titel, aber sich dennoch gut in die bisherige Tracklist einfügt. Den Abschluss bildet „Gekentert (Unplugged)“.

SCHATTENMANN haben da ein solides Debütalbum auf den Markt gebracht, dass mit Abwechslung, handgemachter Musik und guten Texten überzeugen kann. Live rocken die Songs allerdings nochmal um einiges mehr und können mit der extravaganten Live-Show ganz anders präsentiert werden. Dennoch ist „Licht An“ ein Album, das von einer Band gemacht wurde, die großes Potenzial nach oben hat. SCHATTENMANN sind zwar in der Schublade „NDH 2.0“ beheimatet, aber diese wird von ihnen jedoch abwechslungsreich gestaltet werden.

 

Tracklist
01. Licht An
02. Brennendes Eis
03. Gekentert
04. Zahn Der Zeit
05. AMOK
06. Generation Sex
07. 9mm
08. Krieger Des Lichts
09. Trümmer Und Staub
10. Schattenmann
11. Böser Mann (Bonus)
12. Rot (Bonus)
13. Gekentert (Unplugged) (Bonus)

 

 

geschrieben von: Saskia Scherf
© Photo: Tom "Row" Jäschke

Worte

  • Schattenmann
  • Licht An
  • Album
  • 02.03.2018
  • Frank Herzig
  • Jan Suk
  • Luke Shook
  • Nils Kinzig
  • Brennendes Eis
  • Gekentert
  • Zahn Der Zeit
  • AMOK
  • Generation Sex
  • 9mm
  • Krieger Des Lichts
  • Trümmer Und Staub
  • Schattenmann
  • Böser Mann (Bonus)
  • Rot (Bonus)
  • Gekentert (Unplugged) (Bonus)