SOBER TRUTH - "Die Fieberkurve rast direkt nach oben..."

Kategorie:  Interviews

Region:  West-, Mittel- und Südeuropa

SOBER TRUTH sind eine junge Band, die am 23.02.2019 ihr Album „Psychosis“ veröffentlicht haben (Album-Review: https://demotape-magazine.com/article/sober_truth ). Wir haben der Band einige Fragen zur Veröffentlichung und ihrer Musik gestellt, die diese uns natürlich auch beantworteten.

 

DT: Vielen Dank für eure Zeit! Bitte stellt euch doch kurz vor und nennt uns eure Position in der Band.
Hallo, wir sind SOBER TRUTH, eine Progressive Groove Metal Band, und spielen eine Mischung aus Thrash, Progressive, Alternative und klassischem Stahlgut. An den Drums sitzt der Sam Baw, die Vocals und die Rhytmus Gitarre übernimmt Torsten Schramm(stein), am Bass zupft Jules Rockwell und an der Leadgitarre Aaron Vogelsberg. 
 

DT: Wie habt ihr euch als Band kennengelernt?
An einem kalten Wintertag am 17.01.2007 gründeten wir mit der Anfangsformation Torsten Schramm, Stefan Müller, Tobi Thauer und Daniel Buchberger eine Band, die von Beginn an auf das Gaspedal drückte. Das hieß, so ist auch ja auch noch heute, für alle ein hohes Maß an Einsatz und Spielgeilheit. Unterwegs zu sein mit der Band und gelebter Mission unsere Musik zu verbreiten, auch wenn sie nicht gerade unbedingt Massentauglich erscheint. Die Band nicht nur als Hobby abzutun, sondern es auch mit allen Facetten die dazugehören zu Leben und mit Inhalten zu füllen. Brenne vor Leidenschaft und unser BURN BURN BURN kam etwas catchy :-) aber trifft es auch ganz gut und die Anfangszeit unseres mittlerweile dreizehnten Bandjahres.

DT: Beschreibt uns eure Musik in drei Wörtern und sagt uns weshalb man eure Musik hören sollte.
Leidenschaft, Liebe zum Detail und pures Adrenalin

DT: Ihr habt vor kurzem euer 5.Studioalbum „Psychosis“ veröffentlicht. Wie würdet ihr das Album im Hinblick auf eure musikalische Entwicklung im Vergleich zu euren bisherigen Alben beschreiben?
In der Entwicklung beherrschen wir unsere Instrumente deutlich besser und haben uns immer weiter in unsere Materie hingearbeitet. Mit der stetigen Portion "heavyness" und einer deutlichen Steigerung der Geschwindigkeit haben wir uns nun auch neue Fans aus härteren Genres dazugewinnen können. Auch die Eigenständigkeit ist trotz des Stilwechsels erhalten geblieben. Es ist unverkennbar Eigenständig. Wir wachsen auch in und an unserer Musik. Sie bietet neben Härte auch viel Gefühlspassagen, cleane Elemente oder krasse Ausraster und Explosionen, sei es an den Leadgitarren oder den Vocals. Wohin geht die Reise mit der Band oder ihrer Musik? Das ist eine schwierige Frage, die wir uns bewusst nicht stellen. Aber unterbewusst geschieht es ja, dass wir mit dem Entstehen neuer Songs natürlich auch neue Wege beschreiten werden und auch wollen. Wer weiß, aber wir werden bestimmt weiter an unserem Musik-Style arbeiten und sind sehr gespannt auf uns, auch in 10 Jahren. Im Moment arbeiten wir bereits intensiv an neuen Tracks. Diese sind tiefer aber auch noch härter in Ihrem Sound.

DT: Welche Bedeutung hat der Titel „Psychosis“ für jeden von euch?
Früher oder später dreht jeder Mensch, der sich in Isolation befindet, einfach mal durch. In den Songs geht es um direkt gefühlte Einsamkeit, man ist zwar umgeben von vielen Menschen, aber dennoch fühlt man keine Geborgenheit oder Verlass. Aufgrund tiefer Risse in der egomanen Gesellschaft fallen diese Kandidaten durch das quasi aufgesetzte Leben, eine Scheinwelt (wer nicht denkt, ist glücklich). Das Herz brennt und die Leidenschaft glüht, doch diese wird zersetzt von Neid, Missgunst und Kontrolle, so wie es unser Bildungssystem auch vorsieht. Es gibt Menschen, die fallen da einfach durch das Netz in die Einsamkeit.

DT: Welche Message wollt ihr mit dem aktuellen Album vermitteln?
Es handelt es sich um eine Art Vorort zur Hölle ( geografisch :-) ), aber auch um die seelischen Abgründe im Innern. Was sehen wir in dem Menschen, der uns gegenüber steht? Zeigt er uns seine Wahrheit oder eine Maske? Die innere Trauer verändert ihn, unmerklich, grausam, sie zerreißt ihn und vernarbt seine Psyche. Jeder kennt das Gefühl von Machtlosigkeit, erst zaghaft, dann mit Wucht unser Bewusstsein flutend, unaufhaltsam und gnadenlos. Die Welle verebbt und hinterlässt einen zitternden, nackten Körper, dem das schlimmste noch bevorsteht: Angst

DT: Im aktuellen Album „Psychosis“ setzt ihr euch mit der menschlichen Psyche auseinander. Habt ihr euch selbst und auch einander nochmals anders kennen gelernt?
Eigentlich nur die Hoffnung auf positive Veränderung, wobei wir uns ständig selbst fragen, ob wir das erreichen. Alles läuft so schnell an einem vorbei und jeden Morgen wacht man auf und ist immer noch in der Realität, der man ins Gesicht schauen muss. Aber genau das ist doch utopisch: Unerreichbarkeit, aber nicht ohne Hoffnung. Wir sind stets im proberaum und auf Tour zusammen und machen alles gemeinsam, ja da lernt man sich ganz gut kennen.

DT: Mit welchen Gedanken seid ihr an die Albumproduktion heran gegangen?
Auch mit unserem fünften Album haben wir uns mit unserem Produzenten Michael "Freio" Haas (Big Easy Studio) zusammengesetzt und wollten mit dem Nachfolger zu Locust Lunatic Asylum wieder einen breiteren Sound mit mehr Gitarren und druckvollem Schlagzeug haben. Dieses ist uns sehr gelungen und so sind die Sounds, besonders auf schicken "echten" Anlagen richtig dick. Wir sind stolz auf alle unsere Produktionen und wir können sagen, dass alle 5 Produktionen minimum amtlich sind. Wir arbeiten nun seit der ersten Veröffentlichung unseres Debut Albums "RIVEN" mit Michael Haas zusammen. So konnten wir über die Jahre natürlich eine sehr gute Basis bauen für weitere Produktionen, wie jetzt das neue Album.

DT: Was ist für euer persönlicher Favorit auf dem Album, auf den ihr euch gefreut habt ihn live zu spielen?
Also ein bestimmten Favorit nicht. Bei unseren Live Sets kommt es auch immer auf die Länge der jeweiligen verfügbaren Spielzeit ab. Hier versuchen wir stets auf die Leute die vor Ort sind, auch einzugehen. Alle Songs aus der SOBER ÄRA spielen wir gerne und zelebrieren diese auch mit vollem Stolz. Auf dem aktuellem Album sind natürlich nur Lieblingsstücke, diese präsentieren wir natürlich im Moment am meisten, um auch die Platte zu promoten.

DT: Worauf legt ihr bei neuen Songs besonderen Wert?
Bei unseren Songs werden so einige Genres angesprochen, sehr durchdacht bespielt und die Grenzen bewusst durchbrochen. Wir haben grundlegend einen schönen groovigen Metal, der seine Fühler in den Prog Rock / Metal und auch in den Thrash Metal ausstreckt. Gothic, Wave und Blues kommen zumindest in Spurenelementen vor. Und ja, diese irren Growls gibt es auch schon mal im Death Metal. Das ist immer der Grundansatz. Ein Song muss sich beim mehrmaligen Hören entwickeln und es schaffen, sich fest zu beißen. Wir legen viel Wert auf Spannung und überdrehte Solo Einlagen. Die Emotion darf bei einem Sober Track nie feheln, und es werden auch vieel Clean Parts in die Songs integriert. Es muss sich für uns einfach gut anfühlen.

DT: Ihr habt als kleines Schmankerl zum Schluss von „Psychosis“ noch den Titel „Collapse“ unplugged eingespielt. Was es eine Herausforderung einen Song mal so zu spielen?
Seit 2007 picken wir immer Songs raus, die Live eine Art Hymne für unsere Fans wurden. Der Titel Sober ist neu arrangiert und wurde aus der Ära Creek mit rüber genommen. Ein Hammer Track und wir haben hierfür die Growls (Vocals) und die Leads deutlich besser arrangieren können. Der Collapse ist ganz anders vorgetragen als sein Original. Erstmal ist er akkustisch und wir haben unser Tuning verändert für diesen Song. So wie die Vocal Passagen und die Interpretation des Songs. Collapse ist ein Live Feger geworden und stammt von der Locust Lunatic Asylum Era. Bewußt haben wir diesen Track neu aufgenommen und zwar unpplugged, ihn komplett verändert. Wir testen uns hiermit schon mal gnadenlos vor auf das nächste MTV unplugged :-). Es gibt im Netz auch 2 verschiedene Musikclips von diesem Track. Bitte hierfür auch mal unsere Youtube Homepage besuchen. ► www.youtube.com/sobertruthband

DT: In der heutigen Zeit muss man sich immer wieder etwas neues einfallen lassen um im Gedächtnis zu bleiben. Was ist euer Markenzeichen?
Unser Markenzeichen ist das Durchhaltevermögen und das ständige füllen der Band mit Leben. Es dreht sich immer was bei uns, es ist eine Menge los vor und hinter den Kulissen und alles was heutzutage auch beim social networking dazugehört. Wir suchen die ständige Nähe zu unseren Fans, Freunden und Familien. Es ist deutlich, das wir unsere Band als Lebensmittelpunkt verstehen und authentisch diese unsere Liebe vortragen.

DT: Worauf dürfen sich die Besucher eines eures Konzertes freuen?
Wir geben immer alles, sei es das wenig besuchte Konzert oder die große Party in großen und vollen Clubs. Wir interagieren stark mit dem Publikum und wissen, wie man sie mit unserer Spielfreude, ihre Begeisterung und das Feuer in Ihnen entfacht. Wir schaffen es in viele glückliche Gesichter bei unseren Shows zu blicken. Unsere Live Gimmicks, die wir ständig in ein Live Set integrieren sind auch jedes Mal ein tolles Element für fantastische Live Nächte. Der Besucher erfährt eine wilde Achterbahnfahrt und emotionsgeladene

DT: Ihr seid nun schon eine ganze Weile im Musikgeschäft und habt schon einige Lives gespielt. Worauf freut ihr euch immer wieder, wenn ihr live spielen dürft?
Wenn es dann endlich losgeht. Stagetime !!! Die Fieberkurve rast direkt nach oben, vertieft in die Musik, die man so liebt und ja es ist wie guter Sex, nur oft länger :-) \m/

DT: Bei einem Live kommt es auch immer mal wieder zu einigen Pannen. Was war bisher die größte Panne, die euch live passiert ist?
Bei den vielen Auftritten, die wir pro Jahr bestreiten, erlebt man öfter mal seltsames Zeug. Neulich wurden wir bei einem Gig in Darmstadt mit den anderen Bands des Abends, wegen zu hoher Lautstärke von dem Security-Personal vor die Tür gesetzt. Wir hatten das Glück, das wir als einzige Band von dreien noch spielen durften. Ohne Bezahlung und Erklärungen wurden wir dann auf den fast 200km langen Rückweg geschickt. Jeder Gig ist halt anders und der eine besser als der andere, aber so etwas beschäftigt einen dann schon.

DT: Abschließend dürft ihr noch einige Worte an die Leser von www.demotape-magazine.com richten.
Wir hoffen natürlich den ein oder anderen Leser von Demo Tape Magazin auf uns neugierig gemacht zu haben. Hört doch mal rein in unser aktuelles Album "PSYCHOSIS". Es ist bei allen Streaming Diensten verfügbar. Bei Gefallen freuen wir uns auch auf eine Order in unserem hauseigenem Shop. Wir sind da noch sehr old school mit Vinyl und CD unterwegs.
Weiter so mit Eurem Magazin, danke für eure Unterstützung und Support unserer Musik-Szene und Vielfalt!!! Wir lieben es \m/

 

geschreiben von: Saskia Scherf
(c) Photo: Jonas Steingraeber • Freylin Fotografie // Metalmessage.de