SORROWNIGHT - "...Das ist für mich auch eine Art Antrieb und wundervoller Lohn"

Kategorie:  Interviews

Region:  West-, Mittel- und Südeuropa

„...Das ist für mich auch eine Art Antrieb und wundervoller Lohn...“ Mit diesem Zitat möchten wir euch einladen, unser Interview mit Veri, dem Frontmann von SORROWNIGHT zu lesen. Er hat mit uns über Details zum kommenden Debütalbum, wie auch der Band gesprochen und uns all unsere Fragen ehrlich beantwortet.

DT: Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit nehmt und uns ein paar Fragen beantwortet. Wie geht es euch denn?
Veri: Uns geht es super. Wir sind zur Zeit im Studio und arbeiten fleißig an unserem Debütalbum. Das macht uns eine Menge Spaß und motiviert ungemein für alles, was auf uns zukommen wird. Zudem schweißt uns der ganze Prozess noch enger zusammen.

DT: Ihr seid eine fünfköpfige Band aus Erfurt. Wie habt ihr euch denn kennengelernt?
Veri: Als ich 2012 nach Erfurt gezogen bin, wollte ich hier eine neue Band aufbauen. Lichtbringer hatte mich damals kontaktiert und nach einer Weile haben wir uns dazu entschieden, SORROWNIGHT ins Leben zu rufen. Er und ich haben die Band gegründet und nach und nach die anderen auf unserer Reise kennengelernt und mit ins Boot gezogen. Den ein oder anderen kannte man sogar bevor es die Band gab. Umso schöner und spannender war es dann, sie mit in das Projekt einzubeziehen und Teil davon werden zu lassen.

DT: Eure Gründung liegt bereits 3 Jahre zurück und ihr hattet auch schon Wechsel in der Besetzung. Was macht für Euch das „Bandleben“ zu etwas besonderem?
Veri: Ich denke, dass ich für alle spreche, wenn ich das sage. In meinen Augen wird das Bandleben durch die Gemeinschaftlichkeit und den beinahe familiären Zusammenhalt zu etwas Besonderem. Wir haben uns lange Zeit gelassen, bevor wir damals mit unseren Ideen an die Öffentlichkeit getreten sind und haben auch bezüglich den Besetzungen nichts überstürzt. Dahingehend muss man auch bereit sein hier und da etwas auszuprobieren. Wichtig ist für uns, dass man mit voller Leidenschaft und kompletter Hingabe dabei ist. Manchmal ändern sich Dinge im Leben und die Prioritäten müssen neu gesetzt werden. Daher auch die Änderungen am Bass und den Drums.

DT: Man ist sich auch musikalisch nicht immer einig. Wie geht ihr mit Differenzen innerhalb der Band um?
Veri: Zum Glück kommt das nicht so oft bei uns vor. Die Einigung in musikalischen Fragen kommt bei uns auch mit dem Prozess der Proben und das sehr häufig, ohne direkt darüber sprechen zu müssen. Da wird ein Song angespielt und immer etwas anderes getestet. So entsteht ein natürlicher Flow, welcher die Eigenheiten und individuellen Fähigkeiten eines jeden Members mit in die Komposition einbringt. Und wenn es einmal Differenzen gibt, regeln wir das sehr freundschaftlich, da wir nun einmal auch gute Freunde sind. Da wird sich zusammengesetzt oder auch ein vier Augen Gespräch gesucht und alles geklärt. Die Horizonterweiterung dabei ist uns sehr wichtig.

DT: Ihr beschreibt eure Musik als „melancholisch, romantisch und philosophisch“ mit tiefgründigen Lyriks. Woher kommen eure Einflüsse?
Veri: Ich könnte jetzt hier einige Bands und Vorbilder aufzählen. Jedoch glaube ich, dass vielmehr unsere ähnlichen Philosophien und emotionale Beschaffenheiten ausschlaggebend für uns sind. Man bekommt ein breites Spektrum an Gefühlen in unserer Musik geboten. Treibende und harte Drumbeats kombiniert mit krachenden Gitarrensounds und druckvollem Bass, umschmeichelt von flächigen Keys und melodiösen Gesangsparts. Ich denke, genau dieser Sound beschreibt unsere Einflüsse, die aus den Erlebnissen, Erfahrungen und Emotionen eines jeden einzelnen Mitglieds definiert werden.

DT: Was macht eure Melodien und Texte zu etwas einzigartigem?
Veri: Auch das, was ich eben beschrieben habe, macht unsere Melodien und Texte einzigartig. Was wir auch als wichtig empfinden, ist die Authentizität. Wir machen genau die Art von Musik, auf die wir Lust haben und die sich gut anfühlt. Wir interessieren uns nicht dafür, was in der Szene oder sonst wo gerade gut “geht”. Es ist auch egal, ob es den ein oder anderen Melodie Part oder was auch immer schon einmal ähnlich zu hören gab, oder unsere Musik an manchen Stellen vielleicht klingt wie etwas altbekanntes. Wenn wir Bock haben, genau diesen Melodie Part so zu spielen, dann machen wir das. Und ich finde es sehr schade, dass das von vielen Musikern nicht mehr so oft umgesetzt wird.

DT: Inwiefern lehnt sich euer Bandname „SORROWNIGHT“ an euer musikalisches Konzept an?
Veri: Der Name ist quasi das perfekte Leitbild für unser musikalisches “Konzept”. Wobei es kein wirkliches Konzept gibt. Das Wort SORROWNIGHT definiert aber für mein Gefühl sehr gut die Atmosphäre, die man von unseren Songs geschenkt bekommt. Die ruhige und dunkle Nacht, die durch allerlei Gedanken und Sorgen in ihrer Schönheit nur noch wächst und somit kein “Negativ” oder “Positiv” erschafft, sondern sich komplett auf die automatisch entstehende Wirkung einlässt. So ist in vielerlei Hinsicht auch die Musik.

DT: Welche Bedeutung hat für euch der Bandname?
Veri: Der Name hat eine sehr große Bedeutung. Es ist schon viel mehr als nur der Name unserer Band geworden. Er ist für uns auch der Oberbegriff unserer Einstellung und Hingabe, die damit zusammenhängt. Es ist um einiges mehr als nur das musikalische Projekt.

DT: Kommen wir zu euren Veröffentlichungen. Eure erste EP „Hellish Sacrifice“ habt ihr im März 2016 publiziert. Seither sind schon zwei Jahre vergangen. Wie seht ihr die Songs denn heute?
Veri: Wir haben die Songs seitdem rauf und runter gespielt. Was auch daran lag, dass wir nicht viel mehr Material hatten. Trotzdem haben wir mit diesen Liedern im Gepäck die Tour mit Florian Grey und Eyes Shut Tight gespielt und viele andere Bands in vielen verschiedenen Städten unterstützt. Mit anderen Worten haben wir mit diesen Songs viel erlebt und unseren ersten Meilenstein gesetzt. Somit wird man immer ein positives Gefühl damit verbinden. Ich persönlich kann sie allerdings aktuell nicht mehr hören und bin völlig auf unser neues Material eingeschossen. Die alten Songs haben fast eine gewisse Oberflächlichkeit. Das neue Material ist um einiges härter, rauer und ausgereifter. Ihr könnt gespannt sein. Wir sind es.

DT: Derzeit habt ihr euch ins Studio zurückgezogen und arbeitet an eurem Debütalbum. Wie kommt ihr denn voran?
Veri: Sehr gut. Anfangs mussten wir erst einmal unsere ganz eigene Arbeitsweise finden. Aber als wir diesen Punkt geknackt hatten, ging es klasse voran. Es gab auch hier und da Änderungen in der Technik oder ähnlichem. Das hat natürlich Zeit gekostet. Aber auch hier hatten wir uns von Anfang an fest als Ziel gesetzt, nichts zu überstürzen und uns keinen Druck machen zu lassen. Egal von welcher Seite aus. Wir haben schon einige Parts im Kasten.

DT: Könnt ihr uns schon ein bisschen etwas zum bevorstehenden Album erzählen?
Veri: Das ist recht schwierig. Es ist ja so, dass wir die Songs nun schon eine ganze Weile auf dem Zettel haben und seit Monaten und über einem Jahr nichts anderes mehr von uns kennen als diese Songs. Daher sind sie für uns vom Klang und den Ideen her komplett logisch und “selbstverständlich”. Aber sie sind stark anders als die alten Songs und für die unbeteiligten Hörer natürlich völlig neu. Das macht es kompliziert sie zu beschreiben. Ich kann nur sagen, dass wir uns verdammt gut mit den Songs fühlen und es einen riesigen Spaß macht, sie zu spielen, zu hören und daran weiter zu arbeiten. Wir können es kaum erwarten sie endlich live zu präsentieren und vor allem zu veröffentlichen. Ich kann aber verraten, dass es ganz schön knallt und diese Power mit vielen tragenden Elementen kombiniert wird. ;) ...

DT: Habt ihr schon einen Titel oder gibt es schon Ideen zum Cover?
Veri: Wir haben vor einer ganzen Weile ein paar Ideen gesammelt. Allerdings hat sich seitdem an den Songs und der kompletten Idee einiges geändert. Von daher sind wir da noch völlig offen.

DT: Worauf legt ihr bei der Album-Produktion besonderen Wert bzw. euren Fokus?
Veri: Der Fokus liegt darauf, dass wir es so erschaffen, wie wir es uns vorstellen. Vorallem vom Klang her. Das ist uns sehr wichtig. Es soll auch auf keinen Fall nach glatt gelutschter Überproduktion klingen. Lieber ein bisschen dreckig und ehrlich. Wir achten darauf, dass wir mit vollem Herzblut dabei sind und richtig Lust auf die Songs in ihrer Gesamtheit haben. Es ist nicht einfach nur ein musikalischer Versuch, der mal so nebenbei gestartet wird. Der ganze Prozess ist ziemlich stark mit jedem einzelnen von uns verbunden.

DT: Wird das Album vielleicht sogar ein Konzept-Album?
Veri: Nein

DT: So, bald habt ihr es geschafft. Kommen wir noch zu ein paar „lustigen“ Fragen. Ihr habt so einen richtig schlechten Tag und während eines Auftritts fällt zu allem Überfluss auch noch der Strom aus. Wie reagiert ihr?
Veri: Natürlich ist man dann etwas gestresst und hat ein wenig Schiss. Aber womöglich würden wir einfach zum Akustik Style überschwenken. Da die Band ja aus meinen damaligen Akustiksongs entstanden ist, ist das sehr gut möglich. Und letzten Winter waren Christine und ich ja auch mit Florian Grey auf Akustiktour.

DT: Ein Sprichwort sagt: „Der Applaus ist der Lohn eines Künstlers!“ Was ist für euch der größte Lohn?
Veri: Für mich ist der größte Lohn, dass Menschen auf der ganzen Welt eine emotionale Bindung zu den Songs aufbauen können. Als ich damals ein eigenes akustisches Demoalbum aufgenommen hatte, schrieb jemand, dass meine Musik emotional sehr dabei geholfen hat, Probleme zu überwinden. Und das war nicht das einzige mal, dass so etwas geäußert wurde. Das ist für mich auch eine Art Antrieb und wundervoller Lohn.

DT: Wir sind am Ende angekommen und möchten uns nochmal bei euch bedanken. Habt ihr noch ein paar Worte an unsere Leser?
Veri: Vielen Dank für das Interesse! Seid gespannt auf unsere neuen Songs. Ihr werdet einiges von uns auf die Ohren bekommen. Wir können es kaum erwarten, all unsere Emotionen und Erlebnisse mit euch zu teilen! Das ist die Abenddämmerung vor der SORROWNIGHT ;)

 

geschrieben von: Saskia Scherf
(c) Photo: SORROWNIGHT