Tarja und Stratovarius - "A Nordic Symphony ‘18" - München, 18.10.2018

Kategorie:  Konzertberichte

Region:  Nord- und Osteuropa

Es ist Mitte Oktober und der Winter steht schon vor den Toren, bereit, die Welt erneut mit dem kalten, glitzernden Weiss zu überziehen. Um die Fans aus München auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten, reisten Stratovarius und Tarja gemeinsam in die bayrische Hauptstadt. Unter der gemeinsamen Tour „A Nordic Symphony ´18“, die insgesamt 21 Dates umfasst, sollte am 18.10.2018 auch das Backstage Werk zum Beben gebracht werden.

Ein klein wenig überrascht blickte der Ein oder Andere durchaus drein, als bereits um 19:30 Uhr die Vorband „Serpentyne“ die Bühne betraten. Eigentlich war in sämtlichen sozialen Medien und auch auf den Tickets der Beginn auf 20:00 Uhr festgelegt, weshalb das Backstage Werk auch nur mäßig besucht war.

Der erste Headliner dieses Abends waren Stratovarius, die sich bereits 1984 unter dem Namen Black Water gründeten und 1986 in Stratovarius umbenannten. Somit kann diese Band auf fast 35 Jahre Bandgeschichte zurück blicken. Wenn man seinen Blick über die inzwischen gefülltere Halle schweifen lässt, fallen einem besonders viele Stratovarius Shirts auf. Um 20:30 Uhr ging es dann schließlich endlich mit den Finnen los. Besonders herausragend war die klare Stimme des Frontmanns Timo Kotipelto. Beginnend mit dem Track „Eagle Heart“ über ältere Songs wie „Forever Free“ bis hin zu Ohrwürmern wie „Oblivion“ war wirklich für jeden Anwesenden etwas vorbei. Emotional wurde es gegen Ende der Setlist, als die Ballade „Forever“ und damit das Stimmvolumen des Frontmannes durch das Backstage Werk hallten. Einen krachigen Metalmäßigen Abschluss bildeten die beiden Tracks „Unbreakable“ und der wohl bekannteste Song der Band „Hunting High And Low“. Unter großem Applaus verließen Stratovarius die Bühne und hinterließen eine mittlerweile gut gefüllte Halle.

Tarja hat längst bewiesen, dass sie eine starke und selbstständige Künstlerin ist, die aus dem Schatten von Nightwish heraus getreten ist. Es lag eine angenehme Erwartung in der Luft, die sich in großen Jubel verwandelte, als sich die Bühen verdunkelte und die Band, gefolgt von der eigentlichen Hauptperson die Bühne betrat. In eine schwarze Lederhose, mit schwarzer Korsage mit Nieten besetzt und mit Locken in den Haaren eröffnete Tarja ihre Setlist mit keinem geringeren Track wie „Demons in you“. Wegen fehlender Abwechlsung im Programm musste sich an diesem Abend keiner Sorgen machen, denn nicht nur die Künstlerin, sondern auch ihre Musiker sorgten dafür, dass keine Langeweile aufkam. Besonders auffallend war die Dankbarkeit und die Freude, die man der Sängerin ansehen konnte, wenn sie sich zwischen den Songs an ihre Fans wandte. Es wirkte manchmal beinahe so, als könnte sie es gar nicht glauben, dass all diese Menschen nur für sie gekommen waren.Musikalisch sang sich die Sopranistin einmal durch ihre Solo-Diskographie. Nicht nur stimmlich verwandelte sie sich auf der Bühne: beim Song „Diva“ wechselte Tarja von ihrer Korsage zu einem schwarzen Oberteil komplettiert mit einer glitzernen Krone. Ein Song, der wirklich in keiner ihrer Setlisten live fehlen darf, wie auch ihren Weg auf Solopfaden am besten beschreibt, war „I Walk Alone“. Textsicher sangen die Fans mit und zauberten der Finnin ein strahlendes Lächeln auf die Lippen. Den krönenden Abschluss bildete „Until My Last Breath“ ehe ein 75 Minütiges Konzert bereits wieder vorbei war. Unter großem Applaus verabschiedete sich Tarja vom Münchner Publikum, verteilte hier und da noch ein Handküsschen und verließ dann die Bühne.

Alles in Allem kann man diesen Abend wirklich nur als gelungen bezeichnen. Nicht nur Stratovarius, sondern auch Tarja haben bewiesen, dass handgemachte und gute finnische Musik nicht nur ein Gerücht sind, das sich bereits seid Jahren hartnäckig hält.

Setlist Stratovarius
01.Eagle Heart
02.Forever Free
03.Oblivion
04.Shine in the dark
05.Paradise
06.4000 rainy nights
07.Black diamond
08.Destiny
09.Forever
10.Unbreakable
11.Hunting

Setlist Tarja
01.Demons in you
02.500 Letters
03.Falling Awake
04.Undertaker
05.Deliverance
06.Calling from the wild
07.Diva
08.Love to hate
09.Innocence
10.I walk alone
11.Victim of ritual
12.Until my last breath

 

geschrieben von: Saskia Scherf
© Photo: Saskia Scherf