The Rasmus - "...das Leben selbst ist der größte Einfluss in unserer Musik"

Kategorie:  Interviews

Region:  Nord- und Osteuropa

THE RASMUS sind gerade auf Europa Tour und stoppten auch in der bayrischen Hauptstadt München. Mit vielen Fragen bewaffnet, interviewten wir Schlagzeuger Aki Hakala zu Themen wie den großen Durchbruch 2003, ihre musikalische Veränderung und vieles mehr. Lest selbst, was uns der Finne, der sonst hinter den Drums sitzt, geantwortet hat.

DT: Danke für Eure Zeit und dieses Interview! Freut Ihr Euch wieder hier zu sein?
AKI: Ich fühle mich großartig, danke. Die Tour läuft bisher sehr gut und ich bin wirklich happy wieder in München spielen zu können. Wir haben großartige Erinnerungen an die Shows, Partys und die gute Zeit, die wir hier hatten. Ich kann´s kaum erwarten!

DT: Ihr habt Euch eine längere Auszeit genommen und seit nun wieder auf Tour. Worauf habt Ihr Euch am meisten gefreut, außer Eure Fans wiederzusehen?
AKI: Nun, es war nicht wirklich eine fünf jährige Auszeit...nach dem Release des The Rasmus: The Rasmus Album waren wir für zwei Jahre auf Tour, und danach entschieden wir uns eine kleine Auszeit zu nehmen, die notwendig war. Ziemlich schnell haben wir wieder begonnen neues Material zu schreiben...es hat eine Weile gedauert, bis alles für das neue Album zusammen war...nächstes Mal versuchen wir schneller zu sein :) Wir lieben das alles immer noch sehr: das Reisen und Shows zu spielen, neue Menschen zu treffen und andere Kulturen kennenzulernen. Wir haben als Band bereits über 60 verschiedene Länder bereist. ABER es gibt immer noch Orte, die wir bisher noch nicht besucht haben, wie z.B. Australien und Neuseeland. Es wäre großartig dort auch mal zu spielen! Im November werden wir zum ersten Mal in Bolivien und Ecuador spielen.

DT: Seit Ihr mit „In the Shadows“ 2003 den großen Durchbruch hattet ist viel Zeit vergangen. Ich selbst war damals 13 Jahre jung. Wie fühlt Ihr Euch, wenn Ihr hört, dass Eure Musik für viele schon seit 15 und mehr Jahren ein Teil ihrer Tracklisten ist?
AKI: Ja, das sind schon 15 Jahre seit dem Release von Dead Letters – wie die Zeit vergeht. Und The Rasmus wird 25 nächstes Jahr. Eine Menge Menschen kennen The Rasmus gerade wegen diesem Song, der war und immer noch der Schlüssel-Song für uns ist. Er hat uns viele Türen geöffnet und uns in beinahe jede Ecke der Welt geführt. Und natürlich ist es auch einer der Songs, die auf keinem Konzert fehlen dürfen – die Leute wären sonst bestimmt sauer auf uns :)

Es ist wunderbar bekannte Gesichter im Publikum zu sehen. Menschen die wir vielleicht vor 15 oder 20 Jahren zum ersten Mal getroffen haben.

DT: Nach Eurem Durchbruch 2003 hat sich vieles verändert. Was war besonders gravierend für Euch?
AKI: Uuh, schwierig zu sagen, ich hätte niemals gedacht, dass ich soviel reisen würde. Beinahe 270 Tage im Jahr von zu Hause weg zu sein...ich denke, das Leben selbst hat sich verändert. Natürlich hatten wir auch Erfolg in Finnland vor dem großen Durchbruch, aber trotzdem war alles neu für uns. Wir wurden für die größten Festivals, für große Fernsehshows, große Partys, etc. angefragt Zum Glück haben wir all das überlebt und sind einigermaßen bei Verstand geblieben, oder zumindest halbwegs, heheheh.

DT: Eines der wohl wichtigsten Themen bei den Vorbereitung vor einer Tour: die Setlist. Legt Ihr Euch eine Setlist bereits vorher fest, oder variiert die auch von Stadt zu Stadt?
AKI: Gewöhnlicherweise gehen wir mit einer Setlist auf Tour, die wir zuvor festgelegt haben. Aber oftmals verändern wir sie ein wenig. Wie heute z.B. sind wir in Eindhoven (Holland) und wir haben beschlossen ein kleines Acoustic-Set zwischen das Electric-Set einzubauen. Wir werden alle nach vorne an die Bühne kommen und dort ein paar Songs im Akkustikformat spielen. Es ist sehr spontan und schön, die Leute scheinen es echt zu lieben. Wir spielen verschiedene Versionen von Songs, die wir schon seit Jahren nicht mehr gespielt haben.
Wir haben 9 Alben, aus denen wir Songs auswählen können – das ist eine großartige Basis :) Wir schämen uns nicht Singles zu spielen und die Lieder, die das Publikum hören will. Ich bin der Meinung, dass wir niemals einen Song wie „In the Shadows“, „First Day Of My Life“ oder „Sail Away“ rauslassen sollten...

DT: Mit „Dark Matters“ habt Ihr schon Euer 9. Studioalbum veröffentlicht. Was war Euch bei diesem Album besonders wichtig?
AKI: Dieses mal wollten wir mehr elektronische Sounds auf dem Album, Keyboards, Drum loops, etc. Wir wollten etwas modernes und frisches machen und nicht das Alte wiederholen. Wir wollten nicht versuchen ein „In The Shadows“ 2.0 zu machen, wenn Du verstehst was ich mein. Das Ganze sollte für uns auch einen gewissen Reiz haben. Und man wird nie wissen, wie das nächste Album klingen wird...

DT: Meiner Meinung nach ist die perfekte Mischung für einen Song eine eingängige Melodie, ein tiefgründiger Text und eine leidenschaftliche Darbietung der Musiker. Das alles gepaart mit diversen persönlichen Erinnerungen, macht für mich einen Song zu einem „Lieblingssong“. Stimmt Ihr mir da zu oder worauf achtet Ihr besonders?
AKI: Damit hast Du recht. Lieder müssen dich berühren. Wenn Du als Teenager einen bestimmten Lieblingstitel hattest und diesen jetzt Jahre später wieder hörst, fühlst Du dich in die Zeit zurück versetzt, z.B. auf eine Hausparty oder in einen alten Proberaum. In meinem Fall heisst das Bands wie Guns N Roses und Nirvana. Ich erinnere mich an den jungen Aki, der Lieder dieser Bands hörte und von großen Dingen träumte, hahahah...

DT: Herzlichen Glückwunsch zu bald 25 Jahre Bandgeschichte! Das ist eine sehr lange Zeit in der vieles passiert ist! Wie würdet Ihr diese Jahre in wenigen Worten beschreiben?
AKI: Ich glaube das Geheimnis ist, dass wir immer noch gute Freunde sind. Wir respektieren den Anderen und schätzen seine Gesellschaft. Viele Bands, die zur gleichen Zeit wie wir anfingen, Bands wie HIM und viele andere finnische Gruppen sind mittlerweile nicht mehr da...das ist schade, aber auch absolut verständlich.

DT: In all dieser Zeit seid Ihr immer als Freunde durch Dick und Dünn gegangen. Würdet Ihr sagen, dass aus Freunden, die Musik machen, nicht nur eine Band, sondern auch Familie geworden ist?
AKI: Das Schwierigste ist die richtigen Leute für eine Band zu finden. Glücklicherweise haben wir das! Wir betrachten uns mehr wie Brüder, also ja, es ist wie eine andere Familie!

DT: Was glaubt Ihr hat Euch musikalisch gesehen am meisten verändert?
AKI: Wir halten Augen und Ohren offen. Das Leben selbst ist der größte Einfluss in unserer Musik.

DT: Habt Ihr auf den vergangenen Touren Highlights erlebt von denen Ihr sagt, „das werde ich niemals vergessen“?
AKI: Ganz klar die Bühne mit großartigen Künstlern wie Metallica, Red hot chili peppers, Linkin Park, Foo fighters etc. zu teilen ist etwas, das ich mein Leben lang nicht mehr vergessen werde. Und diese Menschen persönlich zu treffen. Aber auch die Orte und Länder zu bereisen wie z.B. Taipei oder Vladivostok oder Mumbai.

DT: Ihr müsst jemandem Tipps für eine Reise nach Helsinki geben. Welche Dinge muss man dort unbedingt gesehen haben? 
AKI: Ich hoffe, dass wir ganz viel Schnee haben werden. Helsinki ist sehr lebendig und eindrucksvoll. Viele tolle Bars und coole Orte, die man besuchen kann. Wir haben auch viele künstlerische Dinge, wenn man daran interessiert ist. Geh im eiskalten Meer baden oder besuche das Restaurant/ die Bar meines Kumpels namens Löyly. Dort kann man was trinken, es ist echt super dort.

DT: Abschließend dürft Ihr noch eine Nachricht an unsere Leser los werden :)
AKI: Vielen Dank, dass Ihr dieses Interview lest. Wir hoffen Euch auf Tour zu sehen! Passt auf Euch auf!

 

 

geschrieben von: Saskia Scherf
übersetzt von: Wanda Proft & Saskia Scherf