VII Arc - "...der Größte Schritt war der, dass wir erkannt haben was wir wollen..."

Kategorie:  Interviews

Region:  West-, Mittel- und Südeuropa

Die Musik von VII ARC lässt sich als eine Mischung aus Metalcore, Alternative Rock und Industrial Metal beschreiben. Im Mai gehen die fünf Musiker im Vorprogramm der japanischen Formation JUPITER auf Tour. Im Vorfeld haben sie uns einige Fragen zur Band, ihrer Musik, uvm. beantwortet. 

 

DT: Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit nehmt uns ein paar Fragen zu beantworten! Stellt euch doch bitte kurz vor und nennt uns eure Position in der Band.
KAY: Ich bin KAY, Sänger der Band.
GRAZEL: Ich bin GRAZEL, ich spiele Bass.
Z’ev: Drums!
Fu: Ich bin Fu an der Leadgitarre   
Bena: Yo! Ich bin Bena, spiele Gitarre und shoute ab und zu in der Band.

DT: Gegründet habt ihr VII ARC 2012. Wie kam es dazu?
KAY: VII ARC hat seinen Ursprung im Aufeinandertreffen von Fu und mir im Jahre 2008 gefunden und war eher eine spontane und ziellose Idee zu Beginn.
Fu: Nach einigen zuvor wenig erfolgreichen Schritten eine Band mit anderen Hobby-Musikern zu Gründen, konnte ich Kay überzeugen ein kleines Bandprojekt zu starten woraus VII ARC wuchs.

DT: Welche Bedeutung hat der Bandname VII ARC für jeden von euch?
KAY: VII ARC ist das, was wir daraus gemacht haben. VII ARC ist einfach ein Teil von mir.
GRAZEL: VII ARC ist unsere Geschichte – VII ARC ist, was wir aus uns gemacht haben.
Z’ev: Der Name ist austauschbar, wichtig ist was dahinter steck für einen selbst. Bei mir ist er mit sehr viel Spaß, Kreativitiät und Ausgleich zum Alltag verbunden.
Fu: Der Name sollte von Anfang an keine direkte Bedeutung haben, es war eher ein leeres Blatt Papier, dass wir stetig durch unsere Musik füllen.
Bena: VII ARC ist ein Handlungsbogen unseres und unserer Fans Leben der geprägt von Intensität und Emotionen ist. Es bedeutet für mich alles was tief in einem steckt nach außen zu bringen, sei es Musik, Aussehen oder die Performance.

DT: Inwiefern passt der Bandname zur Musik und eurem Style?
KAY: VII ARC ist ein relativ neutraler Begriff/Name und nicht genau definierbar. Ebenso wie unsere Musik.
GRAZEL: Sonderbar und nichts für jeden Otto :D
Z’ev: Dieselbe Antwort wie bei der Bedeutung: austauschbar und auch nicht zur Definition der Musik und den Style zu gebrauchen.
Bena: Im Proberaum haben wir oft das Motto „Hauptsache cool“ Nach dem Motto sind auch Bandname, Musik und Style unabhängig voneinander entstanden. Ob das jetzt alles zusammenpasst entscheidet wer anderes...

DT: Euer musikalischer Stil ist eine Mischung aus  Metalcore, Alternative Rock und Industrial Metal. Wenn ihr einem vollkommen fremden Menschen eure Musik beschreiben müsstet, wie würde diese Beschreibung aussehen?
KAY: Wir machen Metal, der anders ist, als das meiste was man hier sonst so geboten bekommt und du solltest unbedingt eine unserer Shows besuchen und der Sache eine Chance geben.
GRAZEL: „Etwas wie Korn und Marilyn Manson … nicht wirklich, aber wir sind sonst auch inspiriert durch die japanische Rock und Metal Szene!“
Z’ev: Ich würde auch keine der Schubladen benutzen. Ich beschreibe es gern als Visual Metal und einen Besuch wert! Die Videos sprechen auch für sich und ich finde, es sollte sich jeder selbst ein Bild machen.
Fu: Jeder sollte sich selbst ein Bild machen, sei es live, indem er sich Videos anschaut oder einfach unsere Musik hört. Wir sind auf jeden Fall speziell und nicht wie der Rest.
Bena: Heavy Metal / Deathcore Riffs treffen auf oft melancholische Gesangsparts gepaart mit abgefuckten Death Screams. Setlist besteht aus Zerstörer, Balladen und hüpfbar / mitsingbaren Metalpop. Viel Orchestralen gothischen Hintergrundstuff, eine Prise electro Synth-Sounds und fertig ist der VII ARC Mix.

DT: Wie läuft bei euch der Entstehungsprozess eines Songs ab? Wer schreibt die Songs/die Texte?
KAY: Der Prozess ist von Song zu Song sehr unterschiedlich. Ich als Sänger bin für die Texte und einen Großteil der Gesangsmelodien zuständig. Zudem gebe ich Feedback und Ideen zu Struktur und Arrangement der Songs.
GRAZEL: Fu, Bena oder ich fangen mit einem Entwurf an - das können nur einzelne Melodien oder schon ganze Songs sein – aber dann gibt jeder Feedback dazu und die Songs entwickeln sich immer weiter.
Z’ev: Ich beschränke mich bei den Songs auf die Überprüfung der Spielbarkeit (an den Drums) und gebe gern Feedback zu allem. Da programmieren die Jungs gern Dinge, für die man drei Arme bräuchte ??
 

DT: Thematisch befasst ihr euch mit den sieben Todsünden -  Hochmut, Geiz, Wollust, Jähzorn, Völlerei, Neid und Faulheit. Welche Bedeutung hat die Thematik für euch?
KAY: Diese Thematik begegnet einem oft in Literatur, Filmen und Videospielen und ist daher nichts Neues für mich. Da in unserem Bandnamen die Zahl 7 vorkommt und ich einen starken drang dazu habe Texte mit einer negativen Konnotation zu schreiben, scheint das Ganze in ein düsteres Bandkonzept wirklich gut hineinzupassen.
GRAZEL: Die meisten Konflikte lassen sich auf diese Thematik zurückführen und sie ist in unserer sakral geprägten westlichen Kultur so bekannt, dass sie fast schon instinktiv als Leitmotiv erkannt wird. Ich arbeite immer gerne mit sakral konnotierten Klängen wie Orgeln oder Chören, sodass sich dort der thematische Kreis auch in der Musik wieder schließt.
Z’ev: Es ist einfach eine coole Thematik und man kann viel daraus machen. Außerdem begegnen uns die Todsünden andauernd und sind deshalb auch immer irgendwie aktuell.

DT: Welches ist für jeden von euch die schlimmste der Todsünden?
KAY: Ich bin ein Mensch, der immer unter Strom steht und immer nach vorne will, daher ist Trägheit für mich schwer zu begreifen und zu ertragen.
GRAZEL: Faulheit – allerdings ist eine sehr träge Masse auch eine sehr schwer aufzuhaltende, wenn sie einmal ins Rollen gekommen ist! ??
Z’ev: Völlerei ist die unappetitlichste finde ich.
Fu: Für mich ist es Zorn, da es für mich die unberechenbarste Sünde ist, die potentiell am meisten Schaden bei anderen anrichtet. Da ich mich selber als sehr entspannte und „sanftmütige“ Person sehe, ist Zorn für mich etwas unverständliches und erschreckendes.
Bena: Zorn ist die schlimmste Todsünde die die Menschen auseinanderbringt und gegeneinander hetzt. Ich stehe für zwischenmenschliche Harmonie und kann daher Zorn nicht ab.

DT: Ihr habt bereits 2015 ein Album aufgenommen. Wie würdet ihr eure musikalische und auch persönliche Entwicklung seither beschreiben?
KAY: Doxa war damals der wirkliche und ernstzunehmende Beginn von VII ARC. Alles davor war völlig planlos und darüber hinaus auch irgendwie nicht wirklich gut. Uns fehlten Erfahrung und vor allem die benötigten Fähigkeiten. VII ARC war von Beginn ein Projekt, in dem wir fast alles immer selbst in die Hand genommen haben und an dem wir alle gewachsen sind in den Letzten 5 Jahren.
Zwischen DOXA und ATONIA haben wir vieles gelernt, ausprobiert und wieder verworfen. Jedes Mitglied hat seine Fähigkeiten und sich selbst weiterentwickelt.
Ich denke der Größte Schritt war der, dass wir erkannt haben was wir wollen, was wir können und was wir nicht wollen und können. Ich gehe auch stark davon aus, dass diese Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen ist.
GRAZEL: Ich bin sehr viel selbstbewusster, offener, kooperativer aber auch konsequenter geworden. Jeder größere Schritt verlangt sehr viel Einsatz von uns und stellt uns jedes Mal aufs Neue auf die Probe. Allerdings ist bisher immer etwas Gutes dabei rumgekommen und wir sollten den Weg als Ziel nehmen!
Z’ev: Als ich in die Band gekommen bin, waren beide Alben quasi schon fertig.

DT:  Derzeit arbeitet ihr am zweiten Teil eures Doppelalbums 'ATONIA'. Wieso habt ihr euch für ein Doppelalbum entschieden? Wäre es nicht einfacher zwei getrennte Alben zu machen?
KAY: Diese Sache ist recht kompliziert. Wir haben mit dem Songwriting fürs zweite Album unmittelbar nach der Produktion von DOXA begonnen. Es passierten viele Dinge, wir hatten Songs, verwarfen diese aber wieder und stellten schnell fest, dass wir nicht einfach wie zuvor arbeiten konnten. Der Prozess zog sich sehr und letztendlich war die Idee des Doppelalbums die logische Konsequenz des Ganzen.

DT: Im vergangenen Herbst erschien bereits Teil 1 „ATONIA – THE VOID OF TARTAROS“. Wie war das Feedback bisher?
KAY: Anders als bei DOXA, gab es mittlerweile wirklich einige Leute, die auf das Album sehnsüchtig warteten. Das war schon ein Feedback, bevor die Leute die Songs überhaupt kannten, mit dem ich nicht gerechnet hatte.
GRAZEL: Sehr positiv! Zu positiv! :D Die meisten Fans der ersten Stunde scheinen aber noch emotional an DOXA hängengeblieben zu sein. Ich hoffe, mit dem nächsten Release können wir wieder mehr polarisieren, haha.
Z’ev: Das Feedback war durch die Bank positiv und auch Live kommen die Songs von ATONIA sehr gut an.
Bena: Jeder unserer Core Fans hatte einen anderen Lieblingstrack des Albums. Bedeutet für uns das jeder Song seine Daseinsberechtigung hat und man keinen Track als  „Filler-Song“ betiteln kann.

DT: Im Mai geht ihr auf Tour mit JUPITER aus Japan. Wie bereitet ihr euch auf die gemeinsamen Shows vor?
KAY: Ich werde mich zu einem physisch in sehr gute Verfassung bringen, um der Belastung Herr zu werden. Auf der anderen Seite versuche ich auf alles vorbereitet zu sein und die Zeit einfach zu genießen.
GRAZEL: Ich habe auch wieder mit hartem körperlichem Training angefangen, denn ich will bei jedem Konzert alles geben können! Ich freue mich auf alle Orte und alle neuen Gesichter!
Z’ev: Neben dem Üben der Songs und der Organisation des Urlaubs und des benötigten Geldes, bereite ich mich auf einen schönen Trip mit den Jungs und vielen neuen Leuten vor.

DT: Worauf dürfen sich Konzertbesucher freuen, wenn sie euch das erste Mal im Rahmen dieser Show live sehen?
KAY: Wer unsere Liveshows sieht, kann hautnah miterleben was uns als Band ausmacht. Energie und Leidenschaft, die wir auf unsere eigene Weise zum Ausdruck bringen.
GRAZEL: Auf 5 wilde Jungs, die das erste Mal eine Europa Tour machen und die für beste Stimmung sorgen werden!
Z’ev: Jede Menge Spaß, Headbangen und anschließend quatschen, Fotos machen etc. Einfach ne geile Zeit.
Fu: Authentische Freude am Performen die ansteckt!

DT: Abschließend dürft ihr noch ein paar Worte an die Leser von www.demotape-magazine.com richten.
KAY: Vielen Dank, dass ihr bis hierher gelesen habt. Hört euch unsere Songs an und findet heraus wer wir sind.
GRAZEL: Kommt zu unseren Shows, scheißt auf den Alltag und habt eine gute Zeit mit uns!
Z’ev: Danke für eure Zeit. Checkt die gängigen Social-Media-Kanäle und www.vii-arc.de! Die Musik gibt es überall zu hören und am 13.4. ist der nächste Gig in Essen!
Fu: Es würde uns freuen, wenn ihr euch unsere Musik anhört, vielleicht zu einem unserer Gigs kommt und wir live gemeinsam Musik zelebrieren können!
Bena: Wer das hier bis hierhin aufmerksamm durchgelesen hat muss eine sehr coole Person sein! Danke das du so cool bist unbekannter Leser! Ich hoffe wir headbangen uns gegenseitig mal an! :D

 

 

geschrieben von: Saskia Scherf
© Photo: VII ARC