SCHATTENMANN - "Ich rechne nicht in Jahren, sondern in Songs..."

Kategorie:  Interviews

Region:  West-, Mittel- und Südeuropa

Es sind nur noch zwei Tage bis zum heiligen Abend, der bisher nach Wetterlage wohl ohne Schnee stattfinden wird. Jedoch begann es gegen 17:00 Uhr, als wir uns vor dem Backstage in München zum Interview mit SCHATTENMANN einfanden, gerade zu regnen. Sänger und Frontmann Frank erwartete uns bereits und stellte sich unseren Fragen.

DT: Vielen Dank, dass du dir die Zeit für unser Interview nimmst! Wie geht’s dir denn?
Frank:
Gut, danke. Alles fein! Letzter Tag und ein wenig Wehmut bezüglich dem Ende der Tour. Aber jetzt auch nach insgesamt 13 Shows auch die Vorfreude auf einen Sonntag auf der Couch und die Familie. Aber nichts desto trotz ist es eine Mischung aus Freude über den Gig heute und Wehmut, dass es schon wieder vorbei ist.

DT: Wie lief die Tour mit FEUERSCHWANZ denn insgesamt so für euch?
Frank:
Die Tour lief total super! Es war wirklich schön, wie uns die FEUERSCHWANZ-Fans aufgenommen haben. Und auch das Band und Crew Dasein der beiden Bands war total toll. Es war wirklich sehr harmonisch, ähnlich wie eine große WG, die gemeinsam durch die Gegend fährt.

DT: Kannst du uns einen Moment nennen, der dich besonders berührt hat?
Frank:
Für mich war der krasseste, aber gleichzeitig auch berührendste Punkt der, als Ben, also Prinz Hodenherz, mit uns „Gekentert“ mit dem Dudelsack gespielt hat. Das ist etwas, das sich auf der Tour jetzt entwickelt hat. Es war für mich musikalisch ein wirklich sehr ergreifender Moment zu hören, wie sich dieser Song musikalisch entwickelt und wie schön das ist. Ich freue mich auch sehr darüber, das heute nochmal mit ihm genießen zu können.

DT: Es heisst in einem Sprichwort: „Live is live“. Gab´s auch Dinge, die nicht geklappt haben? Oder vielleicht sogar größere technische Ausfälle?
Frank:
Es passiert immer mal wieder ne Kleinigkeit. Dass mal ein Funk ausfällt irgendwo oder so etwas. Solche kleinen technischen Bugs passieren schon hin und wieder, aber es gab jetzt keine richtigen Pleiten, Pech und Pannen. Jede Show hat gut funktioniert – toi, toi, toi – hier und da mal ne kleine technische Störung, aber nichts, das wir nicht hätten in den Griff bekommen.

DT: Euer Planer für nächstes Jahr ist auch schon dabei sich zu füllen. Worauf können sich eure Fans freuen?
Frank:
Erstmal startet die erste eigene Headliner Tour am 15.02.2019 in Leipzig. Dann geht es nach Berlin, München, Nürnberg, Hannover, Bremen, Flensburg, in die Schweiz und wir haben wirklich ne ganze Menge vor für unsere Headliner Tour. Ich freu mich rießig, da es ja doch die erste EIGENE Tour ist. Und im Sommer dann auf Festivals wie z.B. WGT, Amphi, usw. Es wird spannend 2019 mit uns werden!

DT: Gibt es sogar schon Pläne bzw. ein Release Date für ein zweites Album?
Frank:
Ne haben wir noch nicht. Ich sagte ja schon, 2019 wird viel passieren! Es wird also so gegen wahrscheinlich eher gegen Mitte, als gegen Ende des Jahres kommen, soviel kann ich dir schon mal verraten.

DT: Heutzutage nur mit Musik zu überleben ist wirklich schwierig. Was macht ihr, wenn ihr nicht auf der Bühne steht?
Fran
k: Ich habe a) das große Glück hin und wieder auch mal für andere Künstler Musik schreiben zu dürfen. Und dazu kommt b) noch, dass ich Gitarren Unterricht gebe. Also mein Hauptverdienst sozusagen. Vielleicht hat mich der Eine oder Andere auch schon mal als Techniker bei FEUERSCHWANZ oder D´ARTAGNAN gesehen. Solche Sachen mache ich auch noch. Ich denke aber, dass man auch flexibel sein muss als Musiker. Für mich hört das Musiker sein nicht damit auf, dass ich von der Bühne gehe, sondern da gehört noch viel mehr dazu. Für mich z.B. das Unterrichten. Aber ich bin auch sehr froh darüber, dass ich mit Musik meine Brötchen verdienen darf. Es gibt leider auch Kollegen, die noch andere Jobs machen, und das ist auch schwierig. Aber das war es noch nie, glaub ich, und welcher Beruf ist heutzutage schon leicht?! Das ist aber auch wirklich Jammern auf hohem Niveau! Insofern bin ich glücklich, das Tun zu Können was mich bewegt: die Musik.

DT: Würdest du das als Berufung bezeichnen?
Frank:
Absolut würde ich sagen! Steckt ja auch drin: „Beruf“ und „Berufung“.

DT: In diesem Zuge kommen wir zur nächsten Frage: Du schreibst die Texte und wenn du sie dir nach einiger Zeit nochmal anhörst oder auch spielst, hilft dir das die darin verarbeiteten Themen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten?
Frank:
Man blickt schon auf Songs immer wieder in einer anderen Perspektive, gerade wenn sie schon ein wenig zurück liegen. Es passiert auch immer viel. Man zieht tatsächlich aus manchen Phrasen, die man benutzt hat auch nochmal andere Lehren oder denkt sich: „Aber das hat sich jetzt verändert und ist cool geworden!“ Manchmal findet man auch mit manchen Songs seinen eigenen Frieden. Viele Songs sind sehr emotional und auch persönlich, wenn man die schreibt und dort etwas verarbeitet, sie dann zum ersten Mal performt. Zurückblickend kann man jetzt auch sagen, dass ich thematisch mit einigen Songs meinen Frieden gefunden habe. Für mich sind Songs auch immer wie so eine Time line im Leben. (grisnt) Ich rechne nicht in Jahren, sondern in Songs. Jetzt nicht mal mit meinen eigenen, aber das is total komisch. Vor kurzem hab ich eine Nummer von Papa Roach gehört und dachte mir nur „Ey, boah, ich weiß noch wie ich das erste Mal gehört habe! Boah ist das lange her!“ Ich verbinde tatsächlich mit Songs auch verschiedene zeitliche Ereignisse, Erlebnisse und Emotionen.

DT: In unserem letzten Interview sprachen wir über Songs, die das Publikum erreichen. Hast du einen bestimmten Titel feststellen können, der besonders gut ankommt?
Frank:
Das ist tatsächlich schwierig (überlegt). Weil egal wo du bist, die Leute stehen und feiern mit und feiern „Gekentert“ genauso wie „Amok“. Da ist es jetzt schwierig zu sagen, welcher wem jetzt besser gefällt. Aber wenn man sich mit den Menschen am Merch unterhält, dann sagt der Eine jener Song ist geil und ein Anderer nennt dir einen anderen Titel. Nimmst du dir dann das Album und führst Strichliste, stellst du fest, dass das nichts bringt, weil jeder seinen Lieblingssong hat. Das ehrt mich als Künstler aber auch, weil jeder Song einer anderen Person aus der Seele zu sprechen scheint. Und das ist super schön!

DT: Wenn du einen Wunsch für das kommende Jahr frei hättet, was wäre das?
Frank:
Ne schöne, entspannte Tour. Das unser Baby, das neue Album, das Licht der Welt erblickt, ohne größere Katastrophen. Und tatsächlich, das Alles so bleibt wie es ist. Ich möchte schon, dass die Welt weiter läuft, ich würde mir für die Band und für die Crew wünschen, das Alles so bleibt wie es ist. So ganz banale Dinge, dass wir gesund und munter, so wie wir sind, gemeinsam auf Tour fahren können, Musik machen können und das Leben, das wir uns erträumen leben können.

DT: Hast du noch eine Nachricht für unsere Leser von www.demotape-magazine.com?
Frank:
Ihr Lieben, ich wünsche euch im Namen der Band ein gesegnetes Weihnachtsfest. Schattige Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Und apropo neues Jahr: Ich möchte mich ganz herzlich bei euch für eure Unterstützung im Jahr 2018 bedanken! Es war der absolute Hammer! Denn ihr macht es möglich, dass wir mit euch auf der Bühne stehen können und so tolle Momente erleben können! Dankeschön!

 

geschrieben von : Saskia Scherf
(c) Photo: Karin Garreis